Agro-Gentechnik oder wem gehört die Nahrung?

Agro-Gentechnik bedroht den Bio-Landbau durch Kontamination. Sie beschleunigt die Ausbreitung einer die Ökosysteme belastenden Landwirtschaft. Agro-Gentechnik katalysiert den Trend, Rechte am Saatgut zu monopolisieren. Die Saatgut-Patente sichern ihren Inhabern hohe Gewinne, während die Folgekosten von der Gesellschaft und anderen Marktteilnehmern getragen werden müssen. Die Gentechnik ist nicht geeignet, die Probleme des Ressourcenschutzes und der Welternährung zu lösen. Zugleich gibt es effizientere und risikoärmere Züchtungsverfahren. Deshalb setzen wir uns für ökologische Verfahren und angepasste Technologien ein, die die Souveränität von Bauern und Verbrauchern sichern.

Die Forderungen des BÖLW:

1. Kein Patent auf Leben: Weder Pflanzen noch Tiere dürfen dem Patentschutz unterliegen und so zum Eigentum Einzelner werden.


2. Nulltoleranz sichern: Nicht zugelassene Genkonstrukte haben in Lebens- und Futtermitteln nichts zu suchen. Eine schleichende Kontamination in der Lebensmittelkette und ein Unterlaufen des europäischen Zulassungssystems
müssen ausgeschlossen bleiben.

3. Reinheitsgebot für Saatgut: Gentechnikfreies Saatgut muss tatsächlich gentechnikfrei sein, nur so lässt sich wirkungsvoll die Wahlfreiheit über die gesamte Lebensmittelkette absichern.


4. Verursacherprinzip: Analysekosten, die zur Absicherung der Koexistenz dienen, müssen künftig vom Verursacher getragen werden. Wenn Schäden nicht anderweitig zugeordnet werden können, muss der Patentinhaber des Konstrukts, das den Schaden verursacht hat, in Haftung genommen
werden können.


5. Sicherheitsstandards anheben: Das Zulassungsverfahren ist zu reformieren: Gutachter und Datenerhebung müssen unabhängig sein, ökologische Prüfungen verbessert und sozioökonomische Auswirkungen beachtet werden.