Berlin, 31.01.2007 Die von der SPD vorgelegte „Stellungnahme zur angestrebten Novelle des Gentechnikgesetzes“ bietet aus Sicht der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft eine geeignete Grundlage zur Weiterentwicklung des Gentechnikgesetzes. „Entscheidend ist, dass die SPD die Vorgaben der EU ernst nimmt und der Vermeidung von Gentechnik-Kontamination hohe Priorität gibt“, so die Reaktion des BÖLW-Vorsitzenden, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. „Dass die SPD die Haftung für Kontaminationsschäden auch unterhalb des Kennzeichnungs-Schwellenswertes von 0,9% für nötig hält, zeigt, dass sie erkannt hat, wie die Realität bei den Lebensmittelverarbeitern und auf den landwirtschaftlichen Betrieben aussieht. Ein Verständnis für die Probleme der Praxis hat in dem CDU-/CSU-Entwurf der Eckpunkte zur Revision des Gentechnikgesetzes völlig gefehlt. Fortschrittlich ist auch, dass die notwendigen Analysekosten den Verursachern zugeordnet werden sollen. Andernfalls bezahlen diejenigen Verbraucher und Unternehmen die Gentechnik, die diese gar nicht wollen“.
Der BÖLW wies darauf hin, dass auch nach jahrelanger Diskussion über drei Viertel der Bevölkerung Agro-Gentechnik ablehnen. „Gesunde und umweltgerecht erzeugte Lebensmittel liegen im Trend. Daher kaufen immer mehr Konsumenten „Bio“. Im Gegensatz zur Gentechnik ist das ein Jobmotor für den ländlichen Raum und sorgt für Innovationen bei den Lebensmittelverarbeitern“, so Peter Röhrig, Gentechnikexperte des BÖLW.
Der BÖLW fordert nun, dass die von der SPD vorgelegte Stellungnahme zum Ausgangspunkt für die Diskussion um eine Novellierung des Gentechnik-Gesetzes gemacht wird. „Wenn es die Koalition ernst meint mit dem Schutz der Landwirtschaft ohne Gentechnik, kommt sie an der Umsetzung des SPD-Papiers nicht vorbei.“ sagte Löwenstein.
Der BÖLW ist der Spitzenverband der deutschen Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln.
1953 Zeichen, Pressemitteilung vom 31.01.2007
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