BÖLW Pressemitteilung

Grüne Woche: Bio im Gespräch mit Gesellschaft und Politik

Berlin 20.01.2018. Als Highlight der weltgrößten Ernährungsmesse Grüne Woche folgten über 650 Gäste der Einladung von Bio-Bauern, -Verarbeitern und Händlern auf den Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am ersten Messefreitag. Die zahlreichen Minister und Staatssekretäre aus dem In- und Ausland, Abgeordneten des Bundestags, der Landtage und des EU-Parlaments, Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen, der Forschung und Presse, Bauern, Händler und Lebensmittelhersteller schätzen die Gelegenheit, mit Genuss und in guter Atmosphäre über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung ins Gespräch zu kommen.

BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein beschrieb den Gästen die Chancen, die Öko der heimischen Wirtschaft aber auch für Umwelt- und Klima bietet. An Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt appellierte Löwenstein, Bio noch entschlossener zum nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft zu nutzen und weiter zu gehen als die Politik das bisher tut. Löwenstein forderte von Umweltstaatssekretär Flasbarth weiterhin eine starke Rolle in der Agrarpolitik zu spielen und gemeinsam mit den Landwirten den Gewässer-, Boden-, Arten und Klimaschutz zu stärken. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Habeck ermutigte der BÖLW-Vorsitzende, sich in den Bundesländern weiter für einen Umbau der Ernährungswirtschaft einzusetzen.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf dem Bio-Empfang: „Der ökologische Landbau ist neben dem konventionellen Landbau eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Die Befragung zum Öko-Barometer 2017 zeigt uns, dass das Interesse an Bio in Kantinen und Mensas groß ist. Und nicht nur das: Die Befragten sind auch bereit, für Bio-produkte einen nicht unerheblichen Aufpreis zu zahlen. Gemeinsam mit der Branche habe ich zur Stärkung und weiteren Förderung die Zukunftsstrategie des ökologischen Landbaus erarbeitet, die wir bereits im Februar 2017 der Öffentlichkeit vorstellen konnten und die seitdem auch umgesetzt wird. Wir wollen gemeinsam unserem Ziel, 20% Ökolandbau in Deutschland, damit näher kommen.

Ich bin froh, dass auf EU-Ebene mit dem Kompromisstext Ende November 2017 die Voraussetzungen für einen praktikablen, systemkonformen und zukunftsfähigen Rechtsrahmen für den Ökolandbau geschaffen wurde.“ 

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium: „Der ökologische Landbau ist längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein Referenzmodell für die überfällige Trendwende hin zu einer umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft. Die beeindruckenden Wachstumszahlen im Ökolandbau sind ein guter Beleg dafür, dass mehr Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft ein Erfolgsmodell ist, das sich auch für die Landwirtinnen und Landwirte rechnet und ihnen eine gute Perspektive bietet. Dies sollte uns ermutigen, die Landwirtschaft entlang des Prinzips „öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen“ umzubauen und zukunftsfähig zu machen. Hierfür bietet die bevorstehende Reform der europäischen Agrarpolitik eine zentrale Stellschraube.“

Robert Habeck, Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, zu den Gästen des Bio-Empfangs: „Wir brauchen eine Ökologisierung der Landwirtschaft. Und das nicht nur, damit es Umwelt, Natur und Tieren besser geht. Sondern auch, damit Landwirte eine Alternative zum Hamsterrad der Intensivierung haben. Es gibt jenseits des ,Wachse oder Weiche‘ Wege – deshalb wächst ja der Ökolandbau und die Nachfrage nach Programmen wie Vertragsnaturschutz steigt. In Zukunft müssen Leistungen für Umwelt und Tierwohl stärker belohnt werden statt Geld fürs Vorhalten von Fläche zu zahlen. Diesen Weg sollte die Bundesregierung einschlagen und sich für eine ehrgeizige EU-Agrarreform einsetzen.“

Mit Blick auf die heutige Großdemo „Der Agrarindustrie die Stirn bieten“ sagte Löwenstein: „33.000 Bauern, Städter, Tier- und Umweltschützer, Imker und Lebensmittelproduzenten und 160 Trecker setzten sich gemeinsam für eine starke, umwelt-, klima- und tier-freundliche Zukunft der Landwirtschaft ein. Diese breite Bewegung ist einmalig und sollte von der Politik und dem Berufsstand gehört werden!“

„Wir danken den zahlreichen Bio-Unternehmen, die den Empfang ermöglicht haben, insbesondere auch der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und Freiland Puten Fahrenzhausen“, so Löwenstein abschließend.

Bis spät in die Nacht wurden diese und andere Themen bei gutem Bio-Essen und -Getränken weiter diskutiert.

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von über 35.000 Bio-Betrieben etwa 8 Mrd. Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Bioland, Biokreis, Biopark, Bun-desverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Naturland, Arbeits-gemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reform-haus®eG und Verbund Ökohöfe.