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Bio-Umsatz knackt 10 Mrd. € und jeder 10. deutsche Hof macht Bio

Ökologisch bewirtschaftete Fläche und Zahl der Bio-Betriebe in Deutschland 2017

Nach aktuellen Schätzungen legte die heimische Öko-Fläche um 124.647 ha (10 %) auf insgesamt 1.375.967 ha zu – 2017 stellten jeden Tag durchschnittlich fünf Bauern eine Landwirtschaftsfläche von etwa 500 Fußballfeldern auf Bio um. Dank stabiler Preise für stark nachgefragte, heimische Bio-Produkte sowie verbesserter Rahmenbedingungen entschieden sich insgesamt 2.042 Betriebe für einen Ein- oder Umstieg in den Ökolandbau.

2017 wuchs die Zahl aller deutschen Bio-Höfe um 7,5 % auf insgesamt 29.174 an. Mehr als jeder zehnte Hof in Deutschland wird nun von einem Bio-Bauern bewirtschaftet. Gleichzeitig mussten in Deutschland weiter zu viele Betriebe ihre Türen für immer schließen – allein 2017 sank die Zahl aller Höfe um etwa 7.600 auf 267.800 Betriebe.

Die verbandsgebundene Anbaufläche legte 2017 mit 74.513 ha ein weiteres Jahr auf Rekordniveau zu. Damit wurden 2017 über 870.000 ha bzw. 63,2 % der gesamten deutschen Öko-Fläche von Verbandsbetrieben bewirtschaftet. Bio-Bauern, die nach den strengen Regeln der EU-Öko-Verordnung wirtschaften, trugen mit 50.134 ha neuen Bio-Flächen ebenfalls sehr stark zum Wachstum bei.

Ökolandbau bedeutet für immer mehr Betriebe eine sichere Zukunfts-Investition. Verbesserte Rahmenbedingungen, die starke Nachfrage im Gleichgewicht mit einem mitwachsenden Angebot an hochwertigen, heimischen Rohwaren, die einen stabilen Markt für Landwirte bietet, sorgen dafür, dass Bio-Bauern wirtschaftlich erfolgreich (vgl. Kapitel 10) und weniger abhängig von volatilen Weltmärkten sind – und dabei erfolgreich Umwelt, Artenvielfalt (vgl. Kapitel 8) und Klima schützen.

Die positive Bio-Entwicklung zeigt, dass der politische Rückhalt in vielen Bundesländern dazu führte, dass mehr Bauern umstellen konnten. Damit das vorhandene Bio-Potential von Bauern, Umwelt und Kunden ausgeschöpft werden kann, müssen Bund, Länder und EU das neue Bio-Recht sinnvoll ausgestalten, mehr Geld für Forschung und Entwicklung bereitstellen, für eine verlässliche Honorierung der Umweltleistungen sorgen und auch die Absatzentwicklung heimischer Bio-Produkte voranbringen. Mit der ‚Zukunftsstrategie Ökolandbau‘ (ZöL) kann die Bundesregierung hier, bei konsequenter Umsetzung, wichtige erste Impulse setzen.

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) muss darauf ausgerichtet werden, mit den Steuergeldern stärker die Bauern zu unterstützen, die Umwelt, Tiere, Artenvielfalt und Klima schützen. Die Bundesregierung ist auch gefordert, eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch analog zur Eierkennzeichnung einführen. Insgesamt muss Politik für kohärente Regeln für die Landwirtschaft sorgen, die auf die nachhaltigsten Betriebe zugeschnitten sind – anstatt, wie das derzeit etwa beim Düngerecht passiert, Bio-Betriebe zu benachteiligen und damit ausgerechnet diejenigen, die zur Problemlösung beitragen.

 

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