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Pressemitteilung

Agrarministerkonferenz: Resiliente Landwirtschaft stärken!

BÖLW: „Nahost-Krieg zeigt die Wichtigkeit des input-unabhängigen Ökolandbaus“

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbands, wird vor Ort sein und erklärt vorab: 

„Angesichts des Kriegs in Nahost und der Verteuerung von Öl und Gas zeigt sich einmal mehr die Wichtigkeit des Ökolandbaus für eine sichere und bezahlbare Ernährung. Die herkömmliche Landwirtschaft ist abhängig von synthetischem Stickstoffdünger, dessen Verfügbarkeit nun in Frage steht und der sich massiv verteuert. Bio-Landwirtinnen und -Landwirte arbeiten unabhängig von diesem Input und sind damit hochgradig krisenresilient. Die AMK muss sich daran messen lassen, den Weg hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu ebnen. 

  • Die Länderagrarminister müssen sich dafür einsetzen, dass bei der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 ein Mindestbudget für Umweltmaßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt sowie zum Schutz von Wasser, Boden und Klima verankert wird. Höfe, die sich für die Sicherung der natürlichen Produktionsgrundlagen einsetzen, brauchen Planungssicherheit. 
  • Die Wiederherstellungsverordnung (WVO) kann einen wichtigen Beitrag leisten für eine auch in Zukunft sichere Ernährung, denn Landwirtschaft braucht die Ökosystemleistungen der Natur. Bei Bio geht eine intakte Natur und die Herstellung von gesunden Lebensmitteln Hand in Hand; Ökolandbau muss daher ein zentrales Instrument der WVO werden. Eine solide Finanzierung der WVO ist dafür unerlässlich!  
  • Die Gefahr von giftigem Nitrat im Trinkwasser ist ungebannt. Ein modernes Düngerecht muss sicherstellen, dass diejenigen, die zu viel düngen, in die Verantwortung und maßvoll wirtschaftende Bäuerinnen und Bauern nicht in Mithaftung genommen werden. Wenn Politik einfach darauf wartet, dass Brüssel erneut ein Vertragsverletzungsverfahren anschiebt und dann erst unter Druck handelt, riskiert sie ihr wichtigstes Kapital: Vertrauen.  
  • Patente in den Händen globaler Saatgutkonzerne schaffen neue Abhängigkeiten und stehen der Krisenfestigkeit unserer Ernährung entgegen. Daher müssen die Länderministerinnen und -minister sich dafür einsetzen, dass mit sogenannter neuer Gentechnik erzeugte Pflanzen nicht patentiert werden. Außerdem müssen weiterhin alle mit Gentechnik erzeugten Lebensmittel für Verbraucherinnen und Verbraucher gekennzeichnet werden. Es kann nicht sein, dass am Ende nur noch der Aufdruck „Bio“ garantiert, dass ein Lebensmittel ohne Gentechnik hergestellt wurde.“