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Regeln für Bio-Importe

In der EU-Öko-Verordnung wird nicht nur geregelt, wie Bio-Lebensmittel in allen EU-Ländern produziert, gekennzeichnet und kontrolliert werden, sondern auch, was für Bio-Importe gilt. Festgelegt sind klare Regeln für alle Produkte wie etwa Kaffee, Tee, Kakao oder Südfrüchte in Bio-Qualität, die in den EU-Ländern nicht oder nur saisonal wachsen und deshalb aus Drittländern importiert werden.

Nicht nur die Kundinnen und Kunden in der EU profitieren von exotischen oder Saison-Waren aus Drittländern, auch für die Länder des Südens lohnt sich Bio als nachhaltigstes System der Lebensmittelerzeugung. Denn auch außerhalb der EU eröffnen sich mit der Ökologischen Landwirtschaft für Bauern und Verarbeiterinnen neue Einkommensperspektiven. Und die Bio-Bewirtschaftung ohne chemisch-synthetische Pestizide, Kunstdünger oder Gentechnik schont auf jedem Hektar Bio-Fläche in fernen Ländern ebenso Umwelt und Klima wie der heimische Ökolandbau den deutschen Äckern, Nutztieren und der Natur gut tut.

Bio-Produkte können über drei Wege in die EU importiert werden:

  • Ein Land hat eine eigene Öko-Verordnung und ein eigenes Bio-Kontrollsystem, das die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung dem Ziel nach erfüllt. Solche Länder können ihren Bio-Standard als ‚gleichwertig‘ anerkennen lassen und dann in die EU importieren. Falls der Anerkennung ein gegenseitiges Handelsabkommen zugrunde liegt, können auch Bio-Produkte aus der EU in das Partnerland exportiert werden.
  • Bio-Kontrollstellen formulieren in Anlehnung an die EU-Öko-Verordnung einen ‚gleichwertigen‘ Standard und kontrollieren die betreffenden Waren nach eben jener Norm. Sowohl die Kontrollstelle als auch der gleichwertige Standard müssen von der EU-Kommission anerkannt werden.
  • Bio-Kontrollstellen übernehmen die EU-Öko-Verordnung als Standard für Importwaren und wenden das Bio-Recht im Drittland ‚konform‘, also eins zu eins, an. Bisher wird dieser Ansatz nicht angewendet.

Die Öko-Kontrollstellen, die von der EU-Kommission für die Überprüfung in Drittstaaten anerkannt sind, werden von Akkreditierungsstellen und der EU-Kommission überwacht. Die Listen der zugelassenen Kontrollstellen und Drittländer werden ständig in der Öko-Verordnung aktualisiert.

Die Regeln für Bio-Importe werden kontinuierlich weiterentwickelt und an den Stand der Praxis und Forschung sowie an die Weiterentwicklung des Ökolandbaus außerhalb der EU angepasst. Ab 2022 tritt ein neues Bio-Recht in Kraft, das derzeit erarbeitet wird.

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