Die Entwürfe der EU-Kommission bieten ausgerechnet für diejenigen Betriebe, die hohe Umweltleistungen erbringen, keine gute Perspektive. Von den rund 6 Milliarden Euro, die Deutschland jährlich aus der GAP erhält, wird derzeit etwa 1/3 für Umweltmaßnahmen eingesetzt. Dieser Anteil ist aktuell nicht mehr im Entwurf gesichert. Das ist nicht akzeptabel. Um öffentliche Mittel zielgerichtet einzusetzen, eine resiliente Landwirtschaft zu stärken, und die gesellschaftliche Akzeptanz der Agrarförderung zu sichern, muss es einfacher und attraktiver werden, nachhaltig zu wirtschaften. Der BÖLW fordert eine konsequente Ausrichtung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) auf die attraktive und einkommenswirksame Honorierung von Umwelt-, Klima- und Tierschutzleistungen. Wichtig ist ein systemischer Ansatz, weil echte Ökosystemleistungen nur langfristig und im Zusammenspiel aller Faktoren beim Anbau erzielt werden können. Einjährige Einzelmaßnahmen werden den großen Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, nicht gerecht, da sie eine zu geringe synergetische Wirkung erreichen. In der Praxis wird beispielsweise ein Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erst umsetzbar, wenn er mehrjährig in weitere Kulturmaßnahmen wie die Anpassung von Fruchtfolge, Düngung und Sortenwahl eingebettet ist. Der BÖLW hat 2023 ein Stufenmodell vorgestellt, das systemische Leistungen gesamtbetrieblich honoriert.
Kernforderungen
- Mehr Mittel für Umweltleistungen von Höfen bereitstellen – und damit die gesellschaftliche Akzeptanz der GAP langfristig sichern
- Mindestens zwei Drittel des Gesamtbudgets verbindlich für Umwelt- und Klimaleistungen reservieren – damit Höfe Planungssicherheit bekommen
- Umweltmaßnahmen bei der Kofinanzierung bevorzugen – denn Umweltleistungen müssen Priorität haben
- Basisprämie gezielt auf Gemeinwohlleistungen ausrichten – um Gießkannenzahlungen abzubauen
- Mehr Bio ermöglichen – als effizientes und einfaches Instrument für echte Nachhaltigkeit.
- Ein höheres GAP-Budget – für Klima-, Umwelt- und Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft






