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Internationale Märkte

Handel mit Bio erholt sich in Europa

Europas Bio-Markt hat sich 2024 weitgehend vom Einbruch nach Russlands Angriff auf die Ukraine erholt und ist in vielen Ländern wieder gewachsen. Das zeigt die gemeinsame Auswertung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Deutschland blieb der mit Abstand größte Bio-Markt in Europa und hat 2024 mit einem Wachstum von 5,7 Prozent erheblich zum europäischen Marktzuwachs beigetragen. Das Plus ging vor allem auf gestiegene Einkaufsmengen zurück und nicht auf Preissteigerungen wie noch 2023. Belgierinnen und Belgier gaben 2024 fast zwölf Prozent mehr Geld für Bio aus – insbesondere für Bio-Fleisch. Niederländer, Norwegerinnen, Österreicher, Luxemburger und Britinnen trugen ebenfalls deutlich überdurchschnittlich zum europäischen Marktwachstum bei; Norwegen sogar mit einem Zuwachs von 21 Prozent. 

Frankreich lag im europäischen Ranking nach Bio-Umsätzen an Stelle zwei mit insgesamt 12,2 Milliarden Euro. Das Plus von 0,9 Prozent von 2023 auf 2024 stammt aus Einkaufskanälen außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels, der weiterhin Rückgänge verzeichnete. Immer noch wurden dort Produkte ausgelistet, so dass Naturkosthandel, Direktvermarktung und Lebensmittelhandwerk mit breiteren Bio-Sortimenten punkteten und somit teils deutliches Wachstum zeigten. Hatte der französische Lebensmitteleinzelhandel 2020 noch einen Marktanteil von 54 Prozent am Bio-Markt, sank der Anteil 2024 auf 48 Prozent – eine zu Deutschland konträre Entwicklung. 

Der Bio-Boom in den Niederlanden hielt auch 2024 an – mit einem Zuwachs von fast zehn Prozent. Insbesondere mit frischen Bio-Lebensmitteln konnte seit 2022 ein beachtliches Wachstum erzielt werden. Wie in Frankreich legten der Naturkost- und der Online-Handel deutlich stärker zu als der Lebensmitteleinzelhandel. Fisch, Fleisch und Brot- bzw. Backwaren waren die stärksten Kategorien. Dynamik zeigte auch das Vereinigte Königreich mit 7,4 Prozent Wachstum auf 3,49 Milliarden Pfund (umgerechnet 4,13 Milliarden Euro). Am Zuwachs sind dort die großen Supermärkte gleichermaßen mit dem Naturkosthandel beteiligt. Mit 494 Euro pro Kopf und Jahr für Bio-Produkte führt seit Jahren die Schweiz das Ranking der Ausgaben pro Einwohner an. Allerdings ist hier das allgemeine Preisniveau ohnehin hoch. Dänemarks Pro-Kopf-Ausgaben landeten mit 375 Euro auf Platz zwei, Österreich mit durchschnittlich 317 Euro pro Kopf auf Platz drei. Deutschland landete 2024 mit Pro-Kopf-Ausgaben für Bio von im Schnitt 201 Euro auf Platz fünf nach Luxemburg mit 272 Euro. 

Während die EU-Bürger 110 Euro für Bio ausgaben, waren es im Schnitt aller europäischen Länder ohne Russland – also mit Bosnien & Herzegowina, Norwegen, der Schweiz, Türkei und der Ukraine – 100 Euro. Der weltgrößte Bio-Markt waren 2024 wieder die USA mit umgerechnet 60,4 Milliarden Euro Umsatz mit einem Wachstum von 5,1 Prozent im Vergleich zu 2023.


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