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Pressemitteilung

Gentechnik: EU-Parlament muss Wirtschaft und Verbraucher schützen!

Durch Votum des morgigen EU-Rats drohen neue Abhängigkeiten

Berlin, 20. April 2026. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) appelliert an die EU-Abgeordneten, die für morgen auf der Agenda des Rates stehende Deregulierung des EU-Gentechnikrechts abzulehnen. Erwartet wird, dass der Rat der EU-Außenministerinnen die Verordnung über die künftige Regulierung neuer Gentechniken (NGT) am 21. April annimmt. 

Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbandes BÖLW, kommentiert:  

„Die neue Verordnung verstößt massiv gegen das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip!  Darüber hinaus nimmt sie Bürgerinnen und Bürgern in Europa ihr Selbstbestimmungsrecht über die eigene Ernährung, weil gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht mehr als solche gekennzeichnet werden müssten. Vor allem aber werden die neuen Gentechnik-Patente die Land- und Lebensmittelwirtschaft in die Abhängigkeit von Chemie- und Saatgut-Konzernen aus China und den USA treiben: eine höchst gefährliche Entwicklung für unsere Wirtschaft.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die Verordnung im Mai abzulehnen oder zumindest mittels Änderungsanträgen eine neue Patent-Welle zu verhindern sowie über eine Kennzeichnung Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher zu schaffen. Die Sicherung des Züchtungsfortschritts in Europa ist keine parteipolitische Frage, sondern sollten gerade in diesen Zeiten multipler Krisen selbstverständliches Anliegen jeder und jedes Abgeordneten sein!

Für die Bio-Branche ändert sich durch die Abstimmungen in Rat und Parlament nichts: Wir können und werden auch in Zukunft ohne Gentechnik wirtschaften.“

Mitmach-Kampagne:

Die internationale Initiative Blacked-Out Ingredients wird von der Biodynamischen Föderation Demeter International koordiniert und vereint 52 Organisationen aus 18 Ländern. Sie setzt sich für die lückenlose Kennzeichnung aller gen-editierten Lebensmittel ein und verteidigt die Wahlfreiheit in der europäischen Land- und Lebensmittelwirtschaft.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Annette Bruhns
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 +49 30 28482-308
bruhns[at]boelw.de