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16.281 Bio-Hersteller sorgen für lebendige Regionen und vielfältiges Essen

Entwicklung der Bio-Lebensmittelherstellung

Berlin, 17.02.2021. Von Rügen bis München stellen jedes Jahr mehr Unternehmen Bio-Lebensmittel her. In den letzten fünf Jahren stiegen 3.351 Betriebe in die Produktion von Öko-Lebensmitteln ein. Das Gros der Betriebe ist mittelständisch geprägt und wirtschaftet im ländlichen Raum, so ergab eine Befragung.
Dass immer mehr Kundinnen und Kunden zu Bio greifen, liegt vor allem an der hohen Qualität, der Vielfalt und dem guten Geschmack der Öko-Lebensmittel. Dafür maßgeblich: Die Bio-Herstellung, für die das EU-Bio- Recht anspruchsvolle gesetzliche Standards festlegt. Vorgeschrieben ist, dass Bio-Lebensmittel zu 95 % aus Öko-Zutaten hergestellt werden müssen. Gentechnik, radioaktive Bestrahlung und künstliche Aromen sind tabu. Von ca. 400 allgemein erlaubten Zusatz- und Hilfsstoffen sind in Bio- Produkten nur etwa 70 erlaubt, bei den Bio-Verbänden noch weniger. Mit viel handwerklichem Know-how und natürlichen Helfern wie Apfelpektin oder Johannisbrotkernmehl stellen Bio-Bäcker, -Käserinnen oder -Metzger gesunde Bio-Lebensmittel her – und punkten mit Vielfalt, etwa, was die Verarbeitung vieler verschiedener Getreide- oder Obst- und Gemüsesorten angeht, die gerade für Bio-Hersteller typisch sind. 

Waren 2014 in Deutschland noch 12.930 Lebensmittelbetriebe gemeldet, die Bio-Produkte herstellten, stieg ihre Zahl bis 2019 auf 16.281 Unternehmen an – ein Plus von fast 26 %. Die Spitzenränge sicherten sich 2019 Bayern mit 4.025, Baden-Württemberg mit 1.751 und Nordrhein-Westfalen mit 1.426 herstellenden Bio-Unternehmen. Den höchsten prozentualen 5-Jahres- Zuwachs an Betrieben konnten Hamburg (+ 51 %), Sachsen-Anhalt (+ 37 %) und Sachsen (+ 35 %) verzeichnen, in Bayern (+ 1.044), Nordrhein-Westfalen (+ 544) und Baden-Württemberg (+ 443) kamen die meisten Betriebe hinzu. [1]

Eine Umfrage des BÖLW [2] wirft einen tieferen Blick auf die Branche, der zeigt: Die Unternehmen sind stark mittelständisch geprägt – 72 % der befragten Unternehmen beschäftigten 2019 zwischen 20 und 250 Arbeitskräfte, im Schnitt waren es 123. Die Bio-Umsatzanteile der befragten Unternehmen wuchsen zwischen 2015 und 2019 um 29 % und damit doppelt so stark wie ihre Umsätze insgesamt. Die Betriebe sind in Deutschland breit gestreut, wirtschaften vor allem im ländlichen Raum sowie um Ballungsgebiete herum. Die standorttreuen (85 % der Betriebe haben nur einen Standort) und wachsenden Unternehmen schaffen damit ebenso nachhaltig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in den Regionen, wie sie auch die Menschen in den Städten mit heimischen Bio-Lebensmitteln versorgen. Und: Die befragten Unternehmen setzen auf heimische Öko-Rohstoffe. Die höchsten Anteile an regionalem Rohstoffbezug verzeichneten Betriebe, die Fleisch und Milch verarbeiten. Bei ihnen kamen je 70 % der Urprodukte aus einem Umkreis von unter 200 km. Die Zusammenarbeit der Bio-Hersteller mit den Bäuerinnen vor Ort stärkt damit auch die heimische Öko-Landwirtschaft. 

Autorinnen: Jonna Meyer-Spasche, Bohlsener Mühle & Joyce Moewius, BÖLW

Foto Header: Hermannsdorfer

[1] Kategorien B, BC, AB, ABC der BLE-Strukturdaten 2020 2 Schriftliche Befragung unter den herstellenden Unternehmen der BÖLW Verbände im Sommer 2020. Es nahmen 90 Unternehmen teil, die 2019 insgesamt 3,3 Mrd. € umsetzten und rd. 11.000 Arbeitnehmende beschäftigten.

[2] Schriftliche Befragung unter den herstellenden Unternehmen der BÖLW Verbände im Sommer 2020. Es nahmen 90 Unternehmen teil, die 2019 insgesamt 3,3 Mrd. € umsetzten und rd. 11.000 Arbeitnehmende beschäftigten.

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