Zum Inhalt springen
Tier_Haltung_pig-1644093_1920.jpg
  • News
Pressemitteilung

„Mit Fleischsteuer steuern – Richtung Tierwohl, gute Einkommen und Umweltschutz“

Für Bio-Produkte muss der niedrigste Mehrwertsteuersatz vorgesehen werden

Berlin, 07.08.2019. Der Vorschlag von Tierschützern und Parteien, die Mehrwertbesteuerung für Lebensmittel zu überarbeiten, kommentiert Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW): 

„Mit Steuern zu steuern ist grundsätzlich sinnvoll. Denn was Umwelt, Klima und Tieren schadet, verursacht Kosten, die sich aktuell nicht im Preis wiederfinden. Deshalb sind Fleisch oder Milch zwar scheinbar billig. Wir alle, die Tiere und Umwelt zahlen aber heute schon die Rechnung. Genau wie unsere Kinder und Enkelinnen künftig für unser schädliches Wirtschaft aufkommen werden müssen. Denn die Kosten sind nicht verschwunden sondern nur ‚externalisiert‘.

Eine differenzierte Mehrwertsteuer kann einen Beitrag dazu leisten, dass Preise die Wahrheit sprechen. Das misslingt aber, wenn der Mehrwertsteuersatz für Fleisch pauschal auf 19 % angehoben wird. Denn dann steigt der Preis für teure Produkte stärker als für billige, am stärksten der Preis für Bio-Produkte. Denn diese kosten mehr, weil Bio-Bauern Huhn, Rind oder Schwein mehr Platz und Auslauf geben, weniger Tiere auf der Fläche halten und Bio-Futter füttern. Mit einer pauschalen Fleischsteuer erreicht man also das Gegenteil dessen, was man beabsichtigt: Die Nachfrage wird gezielt auf Produkte gelenkt, die unter den niedrigsten Standards produziert werden. Der Preisabstand zwischen Bio- und den anderen Produkten würde wachsen.

Ordnet man Mehrwertsteuer-Sätze neu, dann müssen Produkte entlastet werden, die umwelt- und tierfreundlich produziert sind. Nur so profitieren Kundinnen und Kunden, die sich für umwelt- und tierfreundliche Lebensmittel an der Ladenkasse entscheiden.

Für Bio-Produkte – egal ob verarbeitet oder nicht – muss deshalb der niedrigste Mehrwertsteuersatz vorgesehen werden.

Unter dieser Voraussetzung ist eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf tierische Produkte, deren Ertrag den Bäuerinnen für Investitionen in zukunftsfähige, artgerechte Tierhaltung zur Verfügung gestellt wird, sinnvoll. Sie kann zum dringend notwendigen Umbau unserer Tierhaltung beitragen. Der Vorteil dieses Steuerungsinstrumentes: aus dem Ausland importierte Produkte sind damit ebenso abgedeckt wie heimische Ware. Damit wird einem unfairem Wettbewerb durch niedrigere Standards wenigstens teilweise begegnet.“

Alle BÖLW-Presseinformationen finden Sie hier.

Wir Bio-Bauern ihre Tier halten lesen Sie hier.


2343 Zeichen (O-Ton), Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten, Ansprechpartner: Dr. felix Prinz zu Löwenstein, Tel. +49 171.3035686, BÖLW-Pressestelle, Joyce Moewius, Tel. ++49 30 28482-307.


Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von über 46.000 Bio-Betrieben 10.91 Mrd. Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Bioland, Biokreis, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Joyce Moewius
Referentin Presse

 +49 30 28482-307
presse[at]boelw.de

Weitere aktuelle Beiträge

IFOAM-EOC2020_header_web_online.jpg
Veranstaltung

Europäischer Bio-Kongress | European Organic Congress

Der europäische Bio-Dachverband, IFOAM EU, und BÖLW laden anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ein
 | 

Der European Organic Congress (EOC) findet 2020 erstmalig digital statt. Vom 1. bis 3. Juli diskutieren Gäste aus ganz Europa aktuelle Themen, die den...

Zahlen_Fakten_Lebensmittel_ec_organic.jpg
Pressemitteilung

“In Bio investieren bedeutet in ein gesundes Europa investieren“

BÖLW zur Farm to Fork-Strategie
 | 

Mit der Farm to Fork-Strategie tut Europa das einzig Richtige: Land- und Lebensmittelwirtschaft und die Art, wie wir essen, enkeltauglich machen.

BioFAQ_Lebensmittel_Genuss_Hermannsdorfer.jpg
Pressemitteilung

Mit Bio die gesunde und nachhaltige Wahl einfach machen

BÖLW zum ernährungspolitischen Bericht der Bundesregierung
 | 

Statt sich im Klein-Klein zahlloser Einzelinitiativen zu verlieren, braucht es eine ernährungs- und wirtschaftspolitische Strategie mit klarem Ziel.