Zum Inhalt springen
Gentechnik_Petition_2022.png
  • News
Position

Nicht hinter unserem Rücken - Kein Freifahrtschein für neue Gentechnik in unserem Essen

Jetzt Online-Petition mitzeichnen!

Berlin, 01.06.2022. Die Regulierung von neuer Gentechnik muss auch in Zukunft auf dem Vorsorgeprinzip basieren. Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) müssen weiterhin gekennzeichnet und auf Risiken überprüft werden. Das fordern wir - ein europaweites Bündnis von Verbänden - in unserer Online-Petition.

Eine starke Lobby von Konzernen, Technik- und Wissenschaftsvereinigungen setzt sich dafür ein, neue Gentechnikverfahren von der Regulierung nach EU-Gentechnikrecht auszunehmen. Das würde dazu führen, dass Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ohne unabhängige Risikoprüfung und Kennzeichnungspflicht auf den Saatgut- und Lebensmittelmarkt kommt. Eine gentechnisch veränderte Tomate könnte dann nicht mehr von herkömmlich gezüchteten unterschieden werden.

Wir fordern:

  • Auch neue gentechnisch veränderte Organismen (GVO) müssen so gekennzeichnet werden, dass Verbraucherinnen, Bauern, Züchterinnen, Unternehmen aus Handel und Verarbeitung sie jederzeit erkennen und vermeiden können.
  • Auch neue GVO müssen weiterhin entsprechend dem EU-Vorsorgeprinzip einer Risikoprüfung und -bewertung unterzogen werden.
  • Rückverfolgbarkeit und Nachweisverfahren müssen eine Zulassungsvoraussetzung für GVO bleiben, ebenso die Rückholbarkeit. Wer GVO auf den Markt bringt, muss für Risiken und Folgeschäden haften.
  • EU, Bund und Länder müssen mehr Forschung zu Umwelt-, Biodiversitäts- und Gesundheitsrisiken neuer GVO, zu ihren sozio-ökonomischen Auswirkungen sowie zur Entwicklung genereller Nachweisverfahren fördern.
  • Um eine vielfältige, klimafreundliche und sozial gerechte ökologische und bäuerliche Landwirtschaft voranzubringen, sollten vor allem Forschung und Weiterentwicklung von bewährten und wirksamen gentechnikfreien agrarökologischen Methoden gefördert werden.

Jetzt werden in Brüssel die Weichen gestellt. Deshalb fordern wir die Verantwortlichen in der Politik, insbesondere Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke auf, sich für die Beibehaltung der Regulierung auch der neuen Gentechniken einzusetzen. Das umfasst: Kennzeichnung, Risikoprüfung, Zulassung, Rückverfolgbarkeit, Transparenz, Monitoring und Haftung.

>> Sie sehen das Formular zum Mitmachen nicht? Dann rufen Sie diesen Linkauf und folgen Sie dem "Sign Now" Button, falls Sie via Smartphone unterschreiben wollen. <<

Warum ist das wichtig?

Seit Jahren wird die Zulassung und Kennzeichnung von GVO in der Europäischen Union nach dem Vorsorgeprinzip geregelt: Nur zugelassene GVOs dürfen auf den Markt, nachdem sie auf ihre Risiken geprüft wurden. Sie müssen gekennzeichnet und rückverfolgbar sein. Das will die Europäische Kommission jetzt für neue Gentechniken aufweichen.

Nicht mit uns! Über 80 % der Bürgerinnen und Bürger der EU wollen auch in Zukunft wissen, ob in ihrem Essen Gentechnik ist und sie wollen eine Risikoprüfung von GVO Produkten. Bäuerinnen und Bauern fordern das Recht, weiterhin selbstbestimmt gentechnikfrei erzeugen zu können. Eine Deregulierung neuer Gentechniken wäre ein Frontalangriff auf unsere Wahlfreiheit und demokratische Selbstbestimmung darüber, was wir züchten, anbauen und essen.

Neue Gentechnik-Methoden, insbesondere die CRISPR/Cas Technologie, zur Veränderung von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen bergen auch neue und unabschätzbare Risiken. Der oberste Gerichtshof der EU hat deshalb 2018 festgestellt: Auch neue Gentechnik ist Gentechnik und ist als solche zu regulieren.

Im September 2021 hat die EU-Kommission eine Initiative gestartet mit dem Ziel, das Gentechnikgesetz aufzuweichen. Kommt das durch, so würde ein Großteil der dann wahrscheinlich auf den Markt kommenden neuen Gentechnik-Pflanzen nicht mehr nach dem derzeit geltenden Gentechnikgesetz reguliert werden. Das würde dem in der EU geltenden Vorsorgeprinzip widersprechen. Bäuerinnen und Bauern könnten die Gentechnikfreiheit ihrer konventionellen oder ökologischen Produkte nicht mehr sicherstellen, genauso wenig wie die Lebensmittelverarbeitungsunternehmen oder der Handel. Verbraucherinnen und Verbraucher hätten keine Wahlfreiheit mehr. Jetzt gilt es mitzureden, damit Sie auch später noch selbst bestimmen können, was auf Ihren Teller kommt!


Links zu weiterführenden Informationen zum Thema:  


    Ihr Kontakt zum BÖLW

    Sinay Gandenberger
    Referentin Gentechnik

     +49 30 28482-306
    gandenberger[at]boelw.de

    Weitere aktuelle Beiträge

    ÖkoFeldtage19_26.jpg
    Pressemitteilung

    Treffpunkt Öko-Feldtage 2022: Innovativ und vielfältig - für eine Landwirtschaft der Zukunft

    Der BÖLW begrüßt als Schirmherr
     | 

    Vom 28. bis 30. Juni 2022 Bio live erleben auf den dritten bundesweiten Öko-Feldtagen im hessischen Villmar.

    EU_Agrarpolitik_Acker_roman-odintsov.jpg
    Stellungnahme

    Was für 30 % Bio fehlt

    BÖLW zur Reaktion der EU-Kommission auf den deutschen GAP-Strategieplan
     | 

    Der nationale Strategieplan lässt Lücken für die Erreichung von 30 % Bio bis 2030.

    220609_PM_HubertHeigl.png
    Pressemitteilung

    Hubert Heigl zum BÖLW-Vorstand für Landwirtschaft gewählt

    Großer Dank für langjährigen Landwirtschaftsvorstand Alexander Geber
     | 

    Der 58-jährige Agraringenieur betont: "Die aktuellen Krisen zeigen, wie wichtig die Transformation der Land- und Lebensmittelwirtschaft ist."