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Produktion

Mehr Gemüse, weniger Getreide

Der ökologische Landbau in Deutschland wuchs 2024 um moderate 0,4 Prozent – mit fünf Prozent dabei deutlich bei Gemüse. Grund waren strukturelle Herausforderungen: sinkende Betriebszahlen, schwache Zuwachsraten bei Ackerbaukulturen und in der Bio-Tierhaltung.

Ökologisch wertvolles Dauergrünland machte im deutschen Bio-Anbau 2024 mit rund 965.000  Hektar gut die Hälfte der gesamten Fläche aus. Zum Vergleich: In der gesamtdeutschen Landwirtschaft beträgt der Dauergrünland-Anteil 29 Prozent. Es ist für die Futterversorgung von Wiederkäuern von zentraler Bedeutung. Ackerflächen hatten einen Anteil von 46 Prozent an der Ökofläche. Die restlichen vier Prozent entfallen auf Dauerkulturen wie zum Beispiel Obstplantagen oder Streuobst.

Deutliches Wachstum kam 2024 aus dem Bio-Gemüsebau. Die Freiland-Gemüsefläche wuchs um gut fünf Prozent auf 19.018 Hektar. Damit hat sich die Bio-Gemüsefläche seit der ersten amtlichen Erhebung im Jahr 2012 nahezu verdoppelt. Mit den gestiegenen Flächen holten die Gemüsebauern 498.393 Tonnen Bio-Gemüse vom Feld. Das entspricht einem Anstieg von 9,7 Prozent gegenüber 2023 und ist das bis dato höchste Ernteergebnis. Die Anbaufläche von Bio-Gemüse stellte im Jahr 2024 etwa 15,2 Prozent an der gesamten Gemüsefläche, während sich der Bio-Anteil an der gesamten Erntemenge auf 12,6 Prozent belief.

Die Bio-Getreidefläche schrumpfte 2024 zum zweiten Mal in Folge: um 13.000 Hektar auf 397.000 Hektar. Ursache waren ungünstige Witterungsbedingungen im Herbst 2023, die vielerorts die Aussaat von Wintergetreide verhinderten. Entsprechend sank auch die Bio-Getreideernte in der Saison 2024/25 auf 1,3 Millionen Tonnen inklusive Mais. Rückläufig war auch der Anbau von Bio-Körnerleguminosen – dabei baut der Rückgang auf den Defiziten der Vorjahre auf. Aufgrund der Witterung und eines verstärkten Anbaus von Feinleguminosen, wie zum Beispiel Luzerne oder Klee, schrumpfte die Fläche 2024 um 11.000 Hektar auf insgesamt 55.000 Hektar. Da die Hülsenfrüchte als Eiweißlieferanten für die Fütterung benötigt werden, steigt somit der Anteil an Importware am Markt.

Mehr als 15 Prozent der deutschen Gemüsefläche ist Bio.

Die Anbaufläche von Bio-Ölsaaten belief sich 2024 auf 42.100 Hektar – 3,5 Prozent des gesamtdeutschen Anbaus. Vor allem Sonnenblumen sind im Ökolandbau wichtig, haben jedoch nach der Rekordfläche von 19.000 Hektar im Jahr 2023 ein Jahr später etwa 4.000 Hektar eingebüßt. Ursache dafür waren ein hohes Angebot gegenüber einer schwächeren Nachfrage und somit niedrige Preise.

In der Tierhaltung verlief die Entwicklung verhalten. Die Bio-Milchanlieferung stieg 2024 um 1,9 Prozent auf einen neuen Höchststand von 1.409 Millionen Kilo, blieb aber deutlich hinter dem Vorjahreswachstum zurück. Der Bio-Anteil erhöhte sich leicht auf 4,7 Prozent, während die konventionelle Milchmenge infolge sinkender Kuhbestände und der Blauzungenkrankheit sank.

Auch bei Bio-Rindfleisch war das Bild gemischt. Die Produktion stieg 2024 um zwei Prozent auf 72.100 Tonnen Schlachtgewicht, doch seit Frühjahr 2025 ist das Angebot knapp. Die Bio-Schweinehaltung ist weiter zurückgegangen: 2024 wurden im Schnitt 161.000 Schweine gehalten, der Produktionsanteil sank auf 0,9 Prozent. Trotz gestiegener Preise bleibt Bio-Schweinefleisch knapp; 2025 setzten Umstellungen nur verhalten wieder ein, wodurch die Importe – vor allem aus den Niederlanden und Dänemark – weiter zunehmen.


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