Berlin, 09. Februar 2026. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisiert scharf die aktuellen Pläne der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Besonders kritisch bewertet der BÖLW das fehlende Mindestbudget für Umweltleistungen. „Ein Umweltbudget von zwei Drittel des GAP-Budgets ist zwingend nötig, um den Herausforderungen der Klima- und Biodiversitätskrise gerecht zu werden – und langfristig gesellschaftliche Akzeptanz für die GAP zu sichern“, so Tina Andres, Vorsitzende des BÖLW. „Die Entwürfe der EU-Kommission bieten gerade für jene Betriebe, die hohe Umweltleistungen erbringen, keine gute Perspektive.“
Die größte Schwäche des Kommissionsvorschlags ist aus Sicht des Bio-Spitzenverbands das kein verpflichtendes Budget für Umweltleistungen vorgesehen sind. Das gefährdet gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa, wie heute auch der EU-Rechnungshof bestätigt. Entscheidet jeder Mitgliedstaat, wie viel er in die Umwelt investiert, drohen Rückschritte im Klima- und Naturschutz.
Der BÖLW fordert eine konsequente Neuausrichtung: Die Agrarförderung müsse einfacher und wirksamer werden und gezielt Betriebe honorieren, die Klima, Umwelt und Tierwohl schützen. Der Ökolandbau müsse als das einzig gesetzlich definierte Instrument für nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden. „Besonders wichtig ist der systemische Ansatz von Bio. Echte Ökosystemleistungen können nur langfristig und im Zusammenspiel aller Faktoren beim Anbau erzielt werden können“, so Andres.
Die Kernforderungen des BÖLW:
- Mehr Mittel für Umweltleistungen von Höfen bereitstellen, die gesellschaftliche Akzeptanz der GAP langfristig sichern
- Mindestens zwei Drittel des Gesamtbudgets verbindlich für Umwelt- und Klimaleistungen reservieren, damit Höfe Planungssicherheit bekommen
- Umweltmaßnahmen bei der Kofinanzierung bevorzugen
- Basisprämie gezielt auf Gemeinwohlleistungen ausrichten
- Mehr Bio ermöglichen – als einziges kontrolliertes Instrument für echte Nachhaltigkeit.
- Ein höheres GAP-Budget – für Klima, Umwelt und die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft
Die Stellungnahme des BÖLW zu den GAP-Plänen der Kommission finden Sie hier.




