Zum Inhalt springen
EU-Agrarpolitik_Reform2020_ec_organic.jpg
  • Presse
  • Meldungen
  • Artikel
Pressemitteilung

Jetzt muss die Finanzierung des Umbaus angepackt werden

BÖLW zur Machbarkeits-Studie zum Umbau der Tierhaltung

Berlin, 02.03.2021. Heute wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Konzept des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung („Borchert-Kommission“) zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland bekannt. Sie wurde vom Agrarministerium beauftragt. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) formuliert die Erwartungen der Bio-Branche:

„Der Umbau der Tierhaltung ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben, die der Landwirtschaft in Deutschland gestellt sind. Schon 2015 hat der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Agrarministeriums dazu einen Bericht vorgelegt. Er hat vorgerechnet, dass eine Tierhaltung, die sowohl die artgemäßen Bedürfnisse der Nutztiere respektiert, als auch die gesellschaftlichen Erwartungen an einen ethisch vertretbaren Umgang mit den Tieren, vier Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten braucht.

Diese Mehrkosten müssen durch einen Aufschlag auf Fleisch, Milch und Eier an der Ladenkasse von all denen getragen werden, die diese Produkte kaufen. Aus dem Geld dieser Tierwohlabgabe können dann die Mehrkosten einer besseren Tierhaltung für die Tierhalter ausgeglichen werden.

Das Gutachten zeigt, dass die Finanzierung über eine mengenbezogene Abgabe möglich ist. Dieser Weg ist der Richtige. Eine prozentuale Abgabe durch eine höhere Mehrwertsteuer, die ebenfalls diskutiert wird, wäre hingegen kontraproduktiv, weildadurch der höchste Aufschlag genau auf die Produkte erhoben würde, die bereits hohen Tierhaltungsstandards entsprechen. Vor allem würden Bio-Produkte so besonders belastet. In Bio-Betrieben haben schon heute die Tiere den größten Bewegungsraum, können auf Stroh liegen, haben Zugang zum Außenbereich mit frischer Luft, Sonnenlicht und Klimareizen – so wie es ihren artgemäßen Bedürfnissen entspricht. Zusätzlich umfasst Tierschutz bei Bio auch noch Libelle, Rebhuhn und Feldhase. Denn durch den ökologischen Anbau des Futters wird die Umwelt entlastet, durch die Flächenbindung das Grundwasser und durch restriktiven Medikamenteneinsatz die Gesundheit von Mensch und Umwelt.

Wird das Borchert-Konzept umgesetzt, kann es in der Breite den tierhaltenden Betrieben ermöglichen, sich wenigstens im Bereich der Haltungsbedingungen in Richtung der Bio-Standards zu verändern und es kann helfen bei Fragen wie Schlachtung und Transport für alle Haltungsarten Verbesserungen durchsetzen. Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz.“


2.038 Zeichen (Statement), Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten, Ansprechpartner: Pressestelle BÖLW, + 49 30 28482-307, Email: presse[at]boelw.de;

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Verarbeiter und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von rund 51.600 Bio-Betrieben 14.99 Mrd. € umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Biokreis, Bioland, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Deutscher Tee & Kräutertee Verband, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Joyce Moewius
Referentin Presse

 +49 30 28482-307
presse[at]boelw.de

BioFAQ_Biodiversitaet.jpg
Pressemitteilung

Keine Kompromisse bei sozialer und ökologischer Agrarpolitik!

MISEREOR und BÖLW appellieren an die Große Koalition
 | 

Beide Verbände unterstreichen, dass die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) dringend für den sozial-ökologischen Umbau der Landwirtschaft genutzt werden muss.

BioFAQ_KlimaUmwelt.jpg
Pressemitteilung

Schluss mit Politik von gestern! GAP für Klöckner & Länder echte Nagelprobe der Nachhaltigkeit

Wer Bio-Bauern ignoriert, ignoriert Wissenschaft & torpediert Transformation
 | 

Meinen Regierende es ernst mit Nachhaltigkeit, müssen sie sich für einen jährlich wachsenden Teil des Agrarbudgets für Umweltleitungen einsetzen.

Tier_Haltung_SchweineimAuslauf.jpg
Pressemitteilung

Der Umbau der Tierhaltung kann nur funktionieren, wenn die Haltung mit Auslauf gesichert ist

BÖLW zur Forderung nach Aufstallung von Schweinen aufgrund Afrikanischer Schweinepest
 | 

Bund und Länder müssen mit Wissenschaft Sicherheitskonzepte für Auslaufhaltung entwickeln, statt es sich mit Aufstallungsgeboten leicht zu machen.