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EU-Agrarpolitik Status quo

Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet maßgeblich darüber, welche Landwirtschaft sich lohnt. Mit einem Budget von jährlich 50 Mrd. € bestimmen die EU-Staaten, ob die Böden fruchtbar und die Artenvielfalt erhalten bleiben, das Klima geschützt wird und die Bauern von ihrer Arbeit leben können. Allein in Deutschland werden mit der GAP jedes Jahr etwa 6 Mrd. € in die Landwirtschaft investiert. Ein Großteil der Agrarmittel stammen aus Brüssel, wo die Landwirtschaftsgelder etwa 40 % des gesamten EU-Haushaltes ausmachen; Bund und Länder ergänzen den EU-Topf mit nationalen Mitteln.

Den Bärenanteil der Agrargelder bekommen die Bäuerinnen und Bauern fast pauschal pro Fläche zugeteilt oder müssen allenfalls geringe Umwelt- oder Tierschutz-Auflagen erfüllen. Denn ob Landnutzerin oder -besitzer verantwortungsvoll wirtschaften oder nicht, spielt beim wesentlichen Teil der Agrarzahlungen, den ‚Direktzahlungen’ kaum eine Rolle. Nur ein Bruchteil der Steuergelder unterstützt Bauern für Zusatzleistungen auf dem Acker und im Stall, die der Markt nicht entlohnt. Beispielsweise erhalten jene Landwirtinnen Agrarmittel aus der sogenannten ‚zweiten Säule’, die Artenvielfalt schützen. Das Geld im schmalen Umwelttopf muss auch reichen, um tierfreundlichere Stallneubauten oder die Entwicklung der Regionen zu unterstützen.

Die wissenschaftlichen Beratenden der Bundesregierung halten die aktuelle Agrarpolitik der EU für falsch. Denn die Folgen der politischen Rahmenbedingungen sind fatal: An vielen Brunnen überschreiten die Nitratgehalte die Grenzwerte, Insektenvielfalt wird zerstört. Allein zwischen 2003 und 2013 musste jeder vierte Hof in Deutschland seine Tore für immer schließen – jede Betriebsaufgabe steht für ein Familienschicksal und für das Ende einer oft jahrhundertelangen Tradition.

Alle sieben Jahre wird die GAP reformiert, derzeit verhandeln Mitgliedsstaaten und EU-Parlament die Agrarpolitik nach 2020.

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Pressemitteilung

Für Bauern, Klima, Bürger: Agrarpolitik jetzt enkeltauglich machen

BÖLW zum informellen EU-Agrarrat
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Krisenfestigkeit und Tierwohl brauchen eine ambitionierte Agrarpolitik mit Investitionen nach dem Grundsatz von „public money for public goods“.

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Pressemitteilung

“In Bio investieren bedeutet in ein gesundes Europa investieren“

BÖLW zur Farm to Fork-Strategie
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Mit der Farm to Fork-Strategie tut Europa das einzig Richtige: Land- und Lebensmittelwirtschaft und die Art, wie wir essen, enkeltauglich machen.

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Pressemitteilung

„Ein nachhaltiger Aufschwung braucht eine ambitionierte Farm to Fork-Strategie“

Mit Bio gesunde Ernährung & gesunde Landwirtschaft schaffen
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Europa muss Bio entschlossen nutzen, damit unsere Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und die Art und Weise, wie wir essen, enkeltauglich wird.

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Pressemitteilung

Agrarpolitik: Gutes Signal für Höfe und Umwelt

BÖLW kommentiert GAP-Entscheidung
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Umschichtung wichtiges Signal für Bäuerinnen und Bauern, reicht aber nicht aus für nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft

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Pressemitteilung

Verbände appellieren an Bundesrat, auf mehr Geld für Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen der Landwirtschaft zu drängen

8,5 % statt 6 % Umschichtung der GAP-Gelder notwendiger Schritt für überfälligen Umbau der Landwirtschaft
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Gemeinsame Pressemitteilung von Bioland, BUND, BÖLW, DUH, Deutscher Tierschutzbund, Euronatur, Greenpeace, NABU, WWF und DNR.

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Pressemitteilung

Tierwohllabel, Umschichtung von Agrargeldern, Insektenschutz

BÖLW Kommentar zu den heutigen Kabinettsbeschlüssen
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Das Bundeskabinett hat heute Vorlagen zum Tierwohllabel, zur Umschichtung von Agrargeldern und Insektenschutz gebilligt. Der BÖLW-Vorsitzende kommentiert.