Pressemitteilung

GAP ab 2028: Keine Verteuerung der Umweltförderung!

Bio-Branche fordert Verbesserung der Vorschläge von Norbert Lins

Berlin, 29. Juni 2026. Im heutigen Bericht des EU-Agrarausschussvorsitzenden Norbert Lins (EVP) zur künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vermisst der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Forderung nach Beibehaltung der bisherigen Kofinanzierungssätze für die Agrarumweltprogramme und damit deren sicheren Erhalt. 

Thomas Lang, Vorsand Landwirtschaft beim Bio-Spitzenverband, erklärt:

„Bis zu 700 Millionen Euro zusätzlich müssten Bund und Länder allein für den Erhalt der Förderung des Ökolandbaus in der künftigen GAP-Förderperiode aufbringen: Das ist die Rechnung, die Brüssel stellen will, bevor die Gelder aus der GAP freigegeben werden. Alle Agrarumweltprogramme und LEADER würden Deutschland künftig ein Mehrfaches on top kosten. Die Ministerpräsidenten haben vor einer “Gefahr des Verfalls der EU-Mittel" gewarnt, wenn die vorgeschlagenen Kofinanzierungsraten bleiben und fordern eine 'angemessene europäische Mitfinanzierung' für Zukunftsaufgaben in der Landwirtschaft. Es ist daher unverständlich, warum Norbert Lins diesen Punkt außer Acht lässt.

Das Prinzip 'öffentliches Geld für öffentliche Gemeinwohlleistungen' muss endlich konsequent für die Verteilung der GAP-Milliarden gelten! Und zwar zu 100 Prozent aus Brüssel finanziert. Pure Flächenförderung ist ein Verrat an Deutschlands Steuerzahlenden und letztlich auch an Bäuerinnen und Bauern. Sie verteuert den Boden und macht Landwirtschaft für den Nachwuchs damit unattraktiv.”

Der BÖLW fordert das Europäische Parlament auf

  • die bisherigen EU-Kofinanzierungssätze für Umweltmaßnahmen beizubehalten,
  • die Förderung des Ökolandbaus als verpflichtendes Angebot der Mitgliedstaaten in der GAP zu verankern,
  • ein verbindliches und steigendes Budget für Umweltleistungen festzuschreiben,
  • die Umschichtung von Mitteln aus den Direktzahlungen in Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen weiter zu ermöglichen.

Hintergrund

Link zur Studie von Prof. Lakner zu den Auswirkungen des GAP-Reformvorschlags auf die Förderung des Ökolandbaus in Deutschland


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