Zum Inhalt springen
Tier_Haltung_pigs-214350_1920.jpg
  • Unsere Themen
  • Tier
  • Haltung
  • Artikel
Pressemitteilung

BÖLW-Kommentar zu Borchert-Kommission

Beschlüsse der Borchert-Kommission müssen umgesetzt werden

Berlin, 25.01.2021. Den Artikel auf Agrarheute.de „Krach in der Borchert-Kommission – Ökoverband vor Ausstieg“ kommentiert Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW):

„Die Bio-Bewegung setzt sich für eine bessere Tierhaltung ein. Wir engagieren uns daher auch im ‚Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung‘ des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL). Wir drängen schon länger darauf, dass die Beschlüsse der Borchert-Kommission umgesetzt werden. Da zu erkennen ist, dass von Seiten des BMEL gegen die Beschlusslage gearbeitet wird, haben wir Bundesministerin Julia Klöckner gebeten, dem entgegen zu treten. Denn wir haben großes Interesse, der Kommission zum Erfolg zu verhelfen und die Tierhaltung umzubauen.

Es kommt vor allem darauf an, eine Umlagefinanzierung für den Umbau der Tierhaltung zu organisieren, die von der Borchert-Kommission auch so vorgeschlagen wurde. Die Finanzierung aber wird vom BMEL auf die lange Bank geschoben.

Die Borchert-Kommission hat auch beschlossen, dass sich die höchste Stufe der Tierhaltung an den gesetzlichen Bio-Vorgaben orientiert. Das BMEL setzt sich allerdings dafür ein, dass die Standards für die Sauen- und Schweinehaltung deutlich darunterliegen sollen. Damit kündigte Klöckner aber die Pläne der Kommission auf.

Das Problem ist ja: Wenn auf Fleisch künftig eine Abgabe aufgeschlagen wird, wird auch Bio-Fleisch belastet. Und Bio-Fleisch würde im Handel teurer. Dann würden Bio-Kunden aber nicht nur für die artgerechte Haltung der Bio-Tiere zahlen, sondern auch noch zusätzlich die konventionelle Tierhaltung mitfinanzieren. Das kann es ja auch nicht sein. Denn dann würden ausgerechnet die Tierhalter schlechter gestellt, die neben hervorragenden Haltungsvorgaben auch für dafür sorgen, dass mit Bio-Futter auf dem Acker Artenvielfalt wächst und mit der flächengebundenen Tierhaltung das Grundwasser geschützt wird. Und die Kunden doppelt zur Kasse gebeten, die eh schon zum tier- und umweltfreundlichen Fleisch greifen.

Kritisch ist, dass mit den Plänen des BMEL das Mehr an Platz, was Bio-Tierhalter ihren Schweinen im Vergleich zur höchsten konventionellen Stufe geben, nicht finanziert würde.“


1964 Zeichen, Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten, Ansprechpartner: Pressestelle BÖLW, Joyce Moewius, + 49 30 28482-307, Email: presse[at]boelw.de;

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Verarbeiter und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von 50.000 Bio-Betrieben über 12 Mrd. Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Biokreis, Bioland, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Deutscher Tee & Kräutertee Verband, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Joyce Moewius
Referentin Presse

 +49 30 28482-307
presse[at]boelw.de

Weitere passende Beiträge

Tier_Haltung_SchweineimAuslauf.jpg
Pressemitteilung

Der Umbau der Tierhaltung kann nur funktionieren, wenn die Haltung mit Auslauf gesichert ist

BÖLW zur Forderung nach Aufstallung von Schweinen aufgrund Afrikanischer Schweinepest
 | 

Bund und Länder müssen mit Wissenschaft Sicherheitskonzepte für Auslaufhaltung entwickeln, statt es sich mit Aufstallungsgeboten leicht zu machen.

EU-Agrarpolitik_Reform2020_agriculture-2475188_1920.jpg
Pressemitteilung

25 % Bio bis 2030: Deutschland muss einen Zahn zulegen

BÖLW im Politikcheck mit Parteien
 | 

Regierende müssen den politischen Rahmen verlässlich und kohärent so für die Betriebe setzen, dass die ökologische Wahl die einfache Wahl wird.

Tier_Haltung_pigs-214350_1920.jpg
Pressemitteilung

BÖLW fordert von der Kanzlerin Politik aus einem Guss für die Ökologisierung der Landwirtschaft und Ernährung

Anlässlich des heutigen Agrargipfels
 | 

Es geht nicht nur um die soziale und wirtschaftliche Situation der Höfe, sondern auch darum, dass dort in Zukunft noch Nahrungsmittel erzeugt werden können.