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Bio-Einkommen blieben stabil, relative Öko-Vorzüglichkeit weiter ausgeprägt

Wirtschaftlichkeit des Ökolandbaus

Berlin, 17.02.2021. Die Einkommenssituation der Bio-Betriebe veränderte sich im Wirtschaftsjahr 2019/20 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt kaum. Das Unternehmensergebnis und der Gewinn plus Personalaufwand blieben ebenso stabil wie die relative Vorzüglichkeit der Öko-Bewirtschaftung. Für die Auswertung wurden vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft die Daten von 485 Öko-Betrieben und 2.071 vergleichbaren konventionellen Betrieben herangezogen. [1]

Im Wirtschaftsjahr (WJ) 2019/20 erzielten die Bio-Testbetriebe ein Betriebsergebnis von durchschnittlich 58.555 €. Der Gewinn plus Personalaufwand pro Arbeitskraft (AK) betrug im Durchschnitt 37.444 €. Im Vergleich zum Vorjahr veränderten sich die Einkommen nicht nennenswert. Von den Haupterwerbsbetrieben erzielten 74 % einen Gewinn plus Personalaufwand je AK von über 20.000 €. Bei 33 % der Betriebe lag der Gewinn bei über 40.000 €. Ein Grund für die stabilen Einkommen: Von der Trockenheit im Sommer 2019 waren die Öko-Testbetriebe vergleichsweise wenig betroffen und konnten etwas höhere Ernten als im Vorjahr einfahren.

Vergleichbare konventionelle Betriebe erzielten im WJ 2019/20 im Durchschnitt ein Unternehmensergebnis von 37.270 € (+4 %) und einen Gewinn plus Personalaufwand je AK von 28.139 € (+2 %). Das durchschnittliche Einkommen der Öko-Betriebe übertraf damit das Einkommen der konventionellen Kolleginnen und Kollegen um rund 9.300 € bzw. 33 % (Differenz im Vorjahr: 10.000 €). Trotz der Einkommenszuwächse der konventionellen Vergleichsbetriebe war die relative Vorzüglichkeit von Bio im Vergleich zu konventionell wirtschaftenden Betrieben mit ähnlichen Standortbedingungen und Produktionsfaktoren weiterhin ausgeprägt. 

Bemerkenswert war auch, dass 27 % der Öko-Betriebe einen mindestens doppelt so hohen Gewinn wie die konventionellen Vergleichsbetriebe einfahren konnten (Vorjahr: 28 %). Der Anteil der – relativ gesehen – weniger erfolgreichen Bio-Höfe mit einem maximal halb so hohen Gewinn betrug 16 % (Vorjahr: 15 %). Wie die nach Betriebsformen differenzierte Analyse zeigt, konnten neben Bio-Ackerbau- und -Milchbetrieben auch die sonstigen Bio-Futterbaubetriebe und -Gemischtbetriebe höhere Einkommen im Vergleich zu den jeweiligen konventionellen Vergleichsbetrieben erzielen. Die Einkommensdifferenz variierte im Durchschnit t von 24 bis 35 %. Die in den letzten Jahren teilweise deutlichen Unterschiede zwischen den Betriebsformen zeigten sich in aktuellen Auswertungen.

Autor: Dr. Jürn Sanders, Thünen-Institut für Betriebswirtschaft

Foto Header: BLE, Nina Weiler


[1] Die Analyse der wirtschaftlichen Lage der ökologisch wirtschaftenden Betriebe basiert auf einer Auswertung der Buchführungsabschlüsse aus dem deutschen Testbetriebsnetz. Hierbei handelt es sich um eine nur eingeschränkt repräsentative Stichprobe der Öko-Betriebe in Deutschland. Als Kennzahlen zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit wird der auch als Einkommen bezeichnete Erfolgsmaßstab „Gewinn plus Personalaufwand je AK“ herangezogen. Dies ermöglicht die Berücksichtigung von Betrieben mit unterschiedlichen Rechtsformen. Um die strukturellen Unterschiede zwischen der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft zu berücksichtigen, werden den Öko-Betrieben konventionelle Vergleichsbetriebe mit ähnlichen Standortbedingungen und Produktionsfaktoren gegenübergestellt. Nicht hochgerechnete Durchschnittswerte ohne Gartenbau-, Dauerkultur- und Veredlungsbetriebe.

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