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Erzeugerpreise

Preisschwankungen sorgen für Licht und Schatten

Stabile Nachfrage allein schützt nicht vor starken Preisschwankungen: Angebotsausweitungen, Marktsättigung und Entwicklungen im konventionellen Bereich sowie im Ausland beeinflussten die Bio-Erzeugerpreise im Jahr 2025 stärker denn je.

Die Erzeugerpreise für Bio-Produkte in Deutschland entwickelten sich 2025 uneinheitlich. Während Bio-Milch nach dem Rekordjahr 2024 auch 2025 auf hohem Niveau verharrte und sich der Preisabstand zur konventionellen Ware weiter vergrößerte, gerieten andere Bio-Märkte deutlich unter Druck. Besonders Bio-Kartoffeln verzeichneten nach hohen Preisen aus der Vorsaison einen Preisverfall. Auch für einige Bio-Gemüsekulturen und für Bio-Äpfel prägen niedrigere Preise das Marktgeschehen. Angebotsausweitungen, Marktsättigung und Entwicklungen im konventionellen Bereich sowie im Ausland beeinflussen die Bio-Erzeugerpreise 2025 stärker denn je. 

Nach dem Rekordjahr 2024 haben die Bio-Milcherzeugerpreise auch 2025 erneut ein sehr hohes Niveau erreicht. Im Jahresverlauf legten die Preise zunächstende zeichnet sich eine Stabilisierung auf erhöhtem Niveau ab. Deutlich ausgeweitet hat sich dabei der Preisabstand zu konventionell erzeugter Milch. Die konventionellen Erzeugerpreise gerieten im Spätsommer und Herbst zunehmend unter Druck, wodurch sich der Preisabstand zwischen Bio- und konventioneller Milch auf 15 Cent/Kilogramm vergrößerte. Bei unveränderten Bio-Milchpreisen in den Monaten November und Dezember dürfte 2025 ein Jahresdurchschnittspreis von mehr als 65 Cent/Kilogramm erreicht werden.

Die Erzeugerpreise für Bio-Kartoffeln und Bio-Zwiebeln präsentierten sich im Jahr 2025 zweigeteilt. In der ersten Jahreshälfte wirkten noch die vergleichsweise hohen Preise aus der zweiten Saisonhälfte 2024/2025 nach, die maßgeblich auf die knappe heimische Ernte im Vorjahr zurückzuführen waren. Mit der neuen Saison 2025/2026 hat sich die Marktversorgung jedoch grundlegend verbessert. Flächenausdehnungen sowie insgesamt günstige Witterungsbedingungen führten zu höheren Angebotsmengen, wodurch die Erzeugerpreise stark unter Druck gerieten und insbesondere für Bio-Kartoffeln auf ein vielfach nicht kostendeckendes Niveau fielen. Grund war, dass die abnehmende Hand den gesamten Kartoffelmarkt stark nach unten zog, nachdem der Preis für konventionelle Kartoffeln aufgrund des Überangebots gesunken war. Bei Bio-Zwiebeln belebte sich der Markt mit den niedrigeren Preisen zum Saisonstart deutlich.

Bei Bio-Möhren spiegeln die Erzeugerpreise 2025 das Marktgeschehen kaum wider. Weniger Bio-Möhren treffen auf eine ausgesprochen lebhafte Nachfrage. Und dennoch steigen die Preise kaum – vielmehr verharrten sie auf dem dauerhaft niedrige Preisniveau 2024/2025. Damals übertraf das Angebot allerdings die Nachfrage; und die abnehmende Hand ließ kaum betriebswirtschaftlich notwendige Preissteigerungen zu. In der aktuellen Saison 2025/2026 deckeln vor allem preisgünstige Importe aus den Niederlanden und Dänemark sowie preisgünstige Aktionen im LEH die Erzeugerpreise.

Deutsche Bio-Äpfel: Größere Ernte verlängert Saison – aber drückt die Preise.

Die Bio-Apfelernte fiel 2025 größer aus als noch im Sommer prognostiziert. Damit erreichte die Produktion nach den beiden schwachen Vorjahren wieder das Niveau des Jahres 2022. Entsprechend haben in den zurückliegenden Monaten Mitbewerber aus dem europäischen Ausland ihre Lieferungen durch die bessere Versorgungslage in Deutschland gedrosselt. Obwohl der Absatz etwas über dem Durchschnitt der zurückliegenden Jahre liegt, blieb der Markt angespannt: Die abnehmende Hand konnte aufgrund des größeren Angebots die Preise drücken.


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