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Flächen und Betriebe

Verhaltenes Wachstum

Trotz der erneut hohen Nachfrage nach Bio-Produkten wuchs der Ökolandbau im Jahr 2025 nur verhalten. Die Bio-Fläche legte um gut ein Prozent zu, die Zahl der Bio-Höfe ging leicht zurück. Jeder siebte landwirtschaftliche Betrieb wirtschaftet demnach ökologisch.

Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs 2025 leicht auf 1,93 Millionen Hektar an. 11,7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland wurde ökologisch bewirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 1,1 Prozent. Der Flächenzuwachs von 21.139 Hektar bedeutet, das 2025 im Schnitt täglich 80 fußballfeldgroße Flächen auf Bio umgestellt wurden. Rund zwei Drittel der Bio-Fläche in Deutschland wurden nach den strengen Standards der deutschen Bio-Verbände bewirtschaftet. 

14 Prozent aller landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland wirtschafteten 2025 ökologisch: insgesamt 35.470 Höfe. Knapp die Hälfte der Bio-Betriebe (46 Prozent) gehört einem Anbauverband an. Die Verbände beraten ihre Mitglieder in Sachen Ökolandbau, Vermarktung ihrer Produkte und stärken deren politische Vertretung. Der strukturelle Wandel in der Landwirtschaft macht auch vor dem Bio-Sektor nicht halt. Es kamen weniger neue Höfe dazu, als Höfe etwa mangels Nachfolge ausschieden, während bestehende Höfe ihre Flächen erweiterten. Während die Öko-Fläche der deutschen Bio-Verbände 2025 um 0,9 Prozent wuchs, sank die Zahl der Mitgliedsbetriebe um 1,6 Prozent. Konkret gehörten 259 Betriebe weniger den Bio-Verbände an und 153 Höfe weniger wirtschafteten lediglich nach EU-Ökoverordnung. 

Der zögerliche Flächenanstieg bei einem wachsenden Markt lässt Chancen für die heimische Landwirtschaft ungenutzt. So importierte der Handel erhebliche Mengen an Bio-Produkten, die in Deutschland produziert werden könnten, aus dem Ausland – darunter Milch-Produkte, Bio-Fleisch oder Kartoffeln.

Mehr Bio in Wasserschutzgebieten könnte die Öko-Fläche verdoppeln.

Neben den Signalen des Marktes braucht es Signale der Politik, um für mehr heimisches Bio zu sorgen: ein Update der Bio-Strategie der Bundesregierung etwa, die Hemmnisse aus dem Weg räumt. Ein Eintreten für eine GAP nach 2027, die klar auf die Honorierung von Umweltleistungen setzt. Vor allem aber: ein deutliches Bekenntnis zu Deutschlands 30-Prozent-Ökolandbau-Ziel bis 2030.

Eine Ausweitung der Bio-Fläche wäre auch im Sinne der Trinkwassergewinnung. Schätzungsweise 1,84 Millionen Hektar Agrarfläche werden in Deutschlands Wasserschutzgebieten noch konventionell bewirtschaftet laut dem Forschungsunternehmen Ecozept. Würden diese Flächen auf Bio umgestellt, wäre das einerseits von Vorteil für die Sicherung der Wasserqualität vor Nitrat-Einträgen oder vor chemisch-synthetischen Pestiziden, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bekräftigt. Zugleich würde Deutschlands Öko-Flächenanteil substanziell wachsen: auf mehr als 22 Prozent.


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Annette Bruhns
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