Berlin, 23. Oktober 2026. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, sich beim EU-Agrarrat in Brüssel für eine zukunftsfähige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) einzusetzen. Wichtig ist es, ein verbindliches und ansteigendes Budget für die leistungsbezogenen Vergütungen von Agrarumweltmaßnahmen zu setzen. Der Vorschlag, die Untergrenze der pauschalen Flächenprämie auf 90 Euro pro Hektar abzusenken kann hier Spielräume schaffen.
Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands, kommentiert:
„Sauberes Wasser und gesunde Böden sind die Grundlage unserer Ernährung. Eine niedrige pauschale Flächenprämie schafft Spielraum, um Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten, die in den Schutz diese Güter investieren, zu honorieren. Die Mitgliedstaaten müssen die für die Agrarumweltmaßnahmen freiwerdenden Mittel ohne nationale Kofinanzierung einsetzen können!
Die Agrarumweltzahlungen helfen, die Vielfalt der Höfe zu erhalten. Mehr als zwei Drittel aller Höfe in Deutschland beziehen heute GAP-Zahlungen für freiwillige Agrarumweltmaßnahmen. Diese Betriebe brauchen auch weiterhin Planungssicherheit. Wichtig ist auch, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, eine Öko-Landbau-Förderung anzubieten.“
Hintergrund
Aktuell wird etwa ein Drittel der GAP-Mittel in Agrarumweltleistungen investiert. Von diesen 2,1 Mrd. Euro wird etwa eine Mrd. Euro über sogenannte Öko-Regelungen ausgezahlt und 1,1 Mrd. Euro über Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM). Heute nehmen bereits 70 Prozent der Höfe in Deutschland diese Zahlungen in Anspruch. Darunter auch die Öko-Landbau Förderung. Für die nächste GAP ist jedoch kein festes Budget für Agrarumweltleitungen gesichert.
Auswertung des Thünen-Instituts der deutschen GAP-Auszahlungen von 2022 bis 2024: https://doi.org/10.3220/253-2026-202
In Artikel 10 der geplanten GAP-Verordnung plant die EU-Kommission verpflichtende Programme zum Öko-Landbau, das wird im Rat kritisch diskutiert.




