Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) begrüßt die Gründung einer „Taskforce Dürre“ durch die deutschen Öko-Anbauverbände. Mit der Taskforce wollen Fachleute aller Verbände Bio-Verbandsbetriebe in den von der Dürre besonders heimgesuchten Regionen bei der Vermittlung von Futtermittel in Deutschland und Italien unterstützen. Ziel ist es, vorhandenes Bio-Futter rasch dorthin zu bringen, wo es dringend benötigt wird.
Die Öko-Verbands-Betriebe profitieren hierbei von ihrem Länder- und Verbandsgrenzen übergreifenden Netzwerk. Die Taskforce soll darüber hinaus dazu beitragen, die Betriebe bei der Bedarfsermittlung, Rationsoptimierung und Vorratsplanung zu unterstützen. Dadurch sollen Ressourcen langfristig effizient nutzbar gemacht werden.
Tina Andres, Vorsitzende des Bio-Spitzenverbands:
„Zu den Bio-Prinzipien Gesundheit, Ökologie und Sorgfalt gehört Gerechtigkeit. Wenn einige Öko-Höfe insbesondere in Süddeutschland gerade angesichts schwindender Heuvorräte verzweifeln, während anderswo Kollegen akzeptable Ernten einfahren konnten, ist eine Verteilung fair, gerecht und solidarisch.
An dieser Aktion muss sich Politik ein Beispiel nehmen! Die Ausschüttung von Dürrehilfen mit der Gießkanne durch mehr Direktmittel in 2027, wie Bundeslandwirtschaftsminister Rainer sie plant, ist ein politisches Armutszeugnis. Dieser Zuschuss reicht für diejenigen nicht, die derzeit echte Einbußen zu verkraften haben. So werden Steuermillionen verschwendet, statt damit eine klimaresiliente, diversifizierte Landwirtschaft aufzubauen. Monokulturen, fossile Düngemittel und chemischer Pflanzenschutz sind kein nachhaltiges Rezept gegen Dürre und Unwetter. Bio hat die besseren Antworten.“
Hintergrund
Die anhaltende Dürre hat insbesondere in Teilen Süddeutschlands zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben werden dadurch die Futtermittel für die Nutztierhaltung knapp. Derzeit greifen betroffene Betriebe noch auf Reserven zurück, die ursprünglich für den Winter oder als Notvorrat vorgesehen waren. Diese Vorräte sind jedoch begrenzt, weshalb der Bedarf an zugekauften Futtermitteln steigt.
Bio-Betriebe stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung: Futtermittel in Bio-Qualität sind deutlich weniger verfügbar als konventionelle Ware. Entsprechend schwieriger ist es für die einzelnen Betriebe, kurzfristig geeignete Alternativen zu finden.




