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Sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems

Projektziel: Politik-Roadmap für den Umbau des Ernährungssystems

Wie muss das Ernährungssystem nachhaltig umgebaut werden? Welche Rolle können Bio, pflanzenbasierte Ernährung, Regionalisierung und der Finanzsektor für die sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems in Deutschland einnehmen?

Unter dem Projekt-Akronym STErn erarbeiten BÖLW, Ecologic Institut, Öko-Institut und e-fect Antworten auf diese Fragen. Ziel: eine Roadmap für die Politik, um den Weg zum nachhaltigen Umbau des Ernährungssystems in Deutschland zu beschreiten.

Die COVID-19-Pandemie hat die tiefgreifenden Probleme unseres derzeitigen Ernährungssystems noch einmal deutlich sichtbar werden lassen. Der mit wachsender Weltbevölkerung anhaltende Trend zu weiterer Intensivierung der globalen Landwirtschaftssysteme geht einher mit gravierenden sozialen und ökologischen Kosten.

Studien, Interviews und Workshops: Grundlage für Handlungsempfehlungen an Politik

Für die politisch gewünschte sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems, wie sie etwa in der europäischen „Farm to Fork-Strategie“ angelegt ist, müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Komplexität dieses Umbaus gerecht werden. Das gelingt bisher nicht: Ernährungspolitische Themen (Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Ernährungssicherheit, Wirtschaftsförderung etc.) sind in verschiedenen Ressorts zersplittert und folgen keiner kohärenten Strategie.

Es braucht dringend neue, an gesunden Systemen orientierte Politik und mutige Schritte der Regierenden, von Wirtschaft und Gesellschaft, um den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – vor allem auch in der Ernährungswirtschaft – gerecht zu werden.

Wie muss also ein nachhaltiges Ernährungssystem der Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen Bio, Regionalisierung, pflanzenbasierte Ernährungsstile und der Finanzsektor darin? Auf der Grundlage von Studienauswertungen, einer Vielzahl von Workshops und Interviews mit Expertinnen und Experten identifiziert STErn Stellschrauben und Hindernisse auf dem Weg hin zu einem nachhaltige(re)n Ernährungssystem. Das Projektteam entwickelt kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für politische Akteurinnen und Akteure in Deutschland.

Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft: Treiber für Transformation

Den BÖLW beschäftigt im Projekt vor allem, welche Möglichkeiten und Hebel genutzt werden können, um die Potenziale und die Weiterentwicklung der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft als einen Treiber der Transformation zu heben. Denn Bio bringt zwar wirksame Lösungsansätze mit – diese werden allerdings auch aufgrund unzureichender politischer Unterstützung bislang zu wenig als richtungsweisend genutzt und weiterentwickelt. Wie das verbessert werden kann, dazu befragt der BÖLW seine Netzwerke und zahlreiche Expertinnen und Experten aus Land- und Ernährungswirtschaft, Forschung, Zivilgesellschaft und Politik. Die gewonnenen Erkenntnisse werden abgestimmt mit den als zukunftsweisend identifizierten Ansätzen zu Regionalisierung, der Änderung von Ernährungsstilen und guten Ideen aus dem Finanzsektor in die im Projekt entwickelte Roadmap zur Transformation des Ernährungssystems eingebracht.

Der BÖLW ist Teil des Projekts Sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems (STErn) (Oktober 2020 bis Juni 2023) im Verbund mit NABU und BUND. Es wird im Auftrag des Umweltbundesamtes im Zeitraum Oktober 2020 bis Juni 2023 gemeinsam mit Ecologic-Institut, Öko-Institut und e-fect umgesetzt.