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Dialogplattform Öko-Wissen 2030

Projektziel: Gemeinwohlorientierte Forschung gemeinsam voranbringen für Öko-Landwirtschaft und Klima  

Die Öko-Verbände haben sich im Projekt Öko-Wissen 2030 mit den Umwelt- und Naturschutzverbänden NABU und BUND in einem von BMU und UBA geförderten Verbändeförderprojekt zusammengeschlossen, um die Wissenskommunikation über Bio-Potenziale zu fördern und die gemeinsame forschungspolitische Arbeit zu stärken.

Neben dem Dialog über die vielen offenen Forschungsfragen von Bio-Praxis und Gesellschaft soll eine gemeinsame Strategie für deren Bearbeitung und Umsetzung erarbeitet werden. Während der einjährigen Laufzeit 2019/20 liegt die Aufmerksamkeit auf dem Thema Öko-Landwirtschaft und Klima.

Wissenssystem Öko stärken: Klimaschutz und Klimaanpassung

Die Ökologische Landwirtschaft ist Vorreiter in im Hinblick auf Klimaanpassungsleistung und klimaschützende Erzeugung. Abwechslungsreiche Fruchtfolgen, hohe Humusanteile und schonende Bodenbearbeitung tragen zum Erosions- und Hochwasserschutz bei und mindern Umweltbelastungen. Böden müssen in ihrer Resilienz und Gesundheit gestärkt werden, um ihre Potenziale etwa für die Kohlenstoffbindung noch besser nutzen zu können.

Die Anpassung an ökologische und stark schwankende klimatische Bedingungen bei wirtschaftlicher Tragfähigkeit stellt dabei auch Öko-Bauern und -Bäuerinnen vor große Herausforderungen. Furchtfolgemanagement, die Schließung von Nährstoff-Kreisläufen, der Einsatz geeigneter Bodenbearbeitungsverfahren und wirtschaftlich erfolgreiche Agro-Forstsysteme sind wissensintensive und teils hoch komplexe Entwicklungsfelder, die durch intensive Forschungsanstrengungen unterstützt und begleitet werden müssen.

Die öffentliche Forschung und Forschungsförderung für das Wissenssystem Öko ist dabei besonders bedeutend, da Öko-Landwirte systembedingt kaum von privatwirtschaftlichen Forschungsbemühungen, die auf die Entwicklung von Betriebsmitteln zielen, profitieren.

Beteiligung stärken, gemeinwohlorientierte Forschung voranbringen

Dennoch befasst sich die deutsche Forschungspolitik und Forschungsförderung nur schleppend mit sozial-ökologisch und gesellschaftlich drängenden Forschungsfragestellungen. Die (Öko-)Agrar- und Ernährungsforschung braucht stärkere Forschungsinfrastrukturen, um ökologische Bewirtschaftung in gesunden Systemen besser ganzheitlich verstehen zu helfen. Dafür ist die transdisziplinäre Zusammenarbeit aller Wissensträger notwendig, um Forschung praxisnah und Wissenstransfer lebendig zu gestalten.

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In diesem Verständnis fördert das Projekt Öko-Wissen den Wissensaustausch von Öko-Praxis und Zivilgesellschaft zu den Besonderheiten, Wissensbedarf und Forschungslücken im Zusammenhang von Klima und ökologischer landwirtschaftlicher Erzeugung und erarbeitet gemeinsam Lösungsansätze. Die Ergebnisse sollen Politik, Förderer und Wissenschaft für die Beschäftigung mit und einen Ausbau von Forschungsförderung und -infrastrukturen sensibilisieren. Projektziel ist es, das Potenzial von Bio für Umwelt- und Ressourcenschutz noch stärker auszuschöpfen und forschungspolitische Beteiligungsprozesse von Bio-Praxis und zivilgesellschaftlichen Institutionen zu intensivieren.

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Der BÖLW ist Koordinator des Projekts Dialogplattform Öko-Wissen 2030 – Konzepte für die Nutzung und Weiterentwicklung des Transformationspotenzials der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft (Laufzeit Mai 2019 bis April 2020) im Verbund mit NABU und BUND. Es wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.