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Europäischer Bio-Markt 2016 erneut zweistellig gewachsen

Bio-Handelsumsätze in Europa und den USA

Berlin, 14.02.2018. Die Europäer gaben 2016 rund 11 % mehr Geld für Bio-Produkte aus. Damit wuchs der Bio-Markt in Europa schon im zweiten Jahr in Folge zweistellig. Durchschnittlich kaufte jeder Europäer für rund 40 € im Jahr Bio-Lebensmittel, in der EU-28 sogar für 60 €. Insgesamt gaben die Europäer 33,5 Mrd. € für Bio-Lebensmittel aus, davon 30,7 Mrd. € in der Europäischen Union (EU-28), so die gemeinsame Auswertung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Viele Länder zeigten zweistellige Wachstumsraten, einige legten sogar um 20 % und mehr zu: Frankreich, Irland, Dänemark und Norwegen. Auch Italien, Finnland, Österreich und Schweden wuchsen kräftig zwischen 12 und 14 %. In allen Ländern boten die Handelsketten ein immer vielfältigeres Bio-Sortiment an, sodass die Käufer gern zugriffen. Europäische Länder waren auch 2016 Weltmeister beim Marktanteil von Bio-Produkten. Dänemark lag mit 9,7 % Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt vorn, gefolgt von Luxemburg mit 8,6 % und der Schweiz (8,4 %). Das meiste Geld für Bio-Produkte pro Person, 274 €, gaben – wie schon in den vergangenen Jahren – die Schweizer aus, gefolgt von den Dänen (227 €) und Schweden (197 €). Deutschland lag mit 116 € an siebter Stelle.

Besonders beeindruckend legte 2016 der französische Bio-Markt zu und wuchs nach einigen Jahren dynamischer Entwicklung um satte 22 % auf 6,74 Mrd. €. Im zweitgrößten Bio-Markt Europas konnte der Naturkosthandel um stattliche 24 % zulegen und hielt mit 37 % bedeutende Marktanteile. Auch der Bio-Umsatz der französischen Supermärkte, die 45 % des gesamten Bio-Umsatzes ausmachten, wuchs um stolze 22,5 %. Das Sortiment ähnelte dem deutscher Märkte: frischebetont, aber mit einem größeren Bio-Milch- und -Molkereiprodukteanteil als hierzulande. Ebenfalls bedeutsamer waren in Frankreich alkoholische Getränke – allen voran der Bio-Wein. Neben dem Bio-Markt entwickelte sich auch die französische Bio-Fläche prächtig auf 1,54 Mio. ha in 2016. Laut AgenceBio stammten 71 % der verkauften Bio-Produkte aus Frankreich – nur exotische Produkte wie etwa Kaffee, Kakao oder Bananen wurden importiert. Frankreich ist ein gutes Beispiel, wie die Produktion mit dem Marktwachstum mitwachsen kann, wenn die Politik die gesamte Wertschöpfungskette unterstützt und die Kunden bereit sind, entsprechende Preise zu zahlen.

Schaut man auf die Bio-Märkte weltweit, hängten die USA die Europäer schon vor einigen Jahren ab. 2016 kauften die USAmerikaner für 38,8 Mrd. € Bio-Lebensmittel. Mit 8 % wuchs der US-Bio-Markt zwar nicht mehr zweistellig wie in den vergangenen vier Jahren, zeigte aber immer noch eine große Dynamik. 119 € gaben die Amerikaner pro Jahr für Bio-Lebensmittel aus. Hochwertige Nahrungsmittel werden auch in den USA immer wichtiger. Frisches Obst und Gemüse spielten dabei mit einem Anteil von 40 % am gesamten US-Bio-Markt eine wichtige Rolle. Wie in Europa wuchs die Nachfrage nach Bio schneller als die Bio-Produktion, sodass die Vereinigten Staaten auf Rohstoff-Importe angewiesen waren. Vor den größten Herausforderungen bei der Rohwarenbeschaffung standen US-Hersteller bei Bio-Milchprodukten, -Proteinfrüchten und -Getreide.

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