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Veranstaltung

Tagung zu Kupfer als Pflanzenschutzmittel

2020 als erstmals digitale Ausgabe

25. und 26. November 2020
Online-Event
kostenfrei

Mit ihrer Strategie „vom Hof auf den Tisch“ hat die EU-Kommission im Mai 2020 massive Veränderungen insbesondere für den Pflanzenbau und Pflanzenschutz angekündigt. Bis 2030 sollen der Einsatz und das Risiko durch chemische Pflanzenschutzmittel EU-weit um 50 % reduziert werden, gleichzeitig soll bis 2030 auf 25 % der EU-Agrarfläche ökologischer Landbau betrieben werden. Die Kommission zieht damit Konsequenzen aus dem dramatischen Rückgang der Biodiversität und der Klimakrise. Damit ist klar: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Kupfer wird zukünftig eher noch restriktiver gehandhabt werden. In Dauer- und Spezialkulturen, bei denen Schadorganismen nicht durch Fruchtfolgen in Schach gehalten werden können, ist und bleibt die Gesunderhaltung der Nutzpflanzen mit immer weniger Kupfer eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für die Betriebe.

Dabei wird immer deutlicher: Ein vollständiger „Ersatz“ von Kupfer durch andere, neue Wirkstoffe ist angesichts der hervorragenden Eigenschaften dieses Naturstoffes zumindest kurzfristig unwahrscheinlich, auch wenn für einzelne Anwendungsbereiche immer wieder innovative Ansätze für neue Präparate identifiziert werden konnten.

Um den Einsatz kupferbasierter Pflanzenschutzmittel zukünftig weiter zu minimieren, bieten sich verschiedene Strategieansätze zur Gesunderhaltung der Kulturpflanzen an: Von neu gezüchteten pilzwiderstandsfähigen Sorten über die gezielte Stärkung der funktionalen Biodiversität bis zu innovativen Kombinationen von Kupfer und anderen Naturstoff-Präparaten.

Wie sich die Nutzung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel entwickelt, welche Innovationen die Minimierung unterstützen können und welche Herausforderungen durch zukünftige Forschungs- und Entwicklungsprojekte noch gelöst werden müssen, diskutieren der BÖLW und das Julius-Kühn-Institut mit Akteuren aus Forschung, Industrie und Praxis im Rahmen der ersten digitalen Tagung zu Kupfer als Pflanzenschutzmittel.

Bedingt durch die Corona-Pandemie werden wir die Kupfertagung in diesem Jahr als rein virtuelle Veranstaltung realisieren. Wir sind uns sicher, dass auch in dieser Form eine interaktive Tagung mit viel Gelegenheit zum Dialog machbar ist.


Die Kupfer-Tagung 2020 besteht aus zwei getrennten Modulen:

Modul I: Politische Rahmenbedingungen für die Minimierung von Kupfer

Die Umsetzung und Weiterentwicklung der 2010 veröffentlichten und 2015 umfassend aktualisierten Kupfer-Minimierungsstrategie wird maßgeblich von politischen Rahmenbedingungen bestimmt (z. B. Forschungsressourcen, Begleitung und Unterstützung von Zulassungen für Naturstoffe etc.). Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 sollen deshalb die im Deutschen Bundestag vertretenen relevanten Parteien Gelegenheit bekommen, ihre Vorstellungen und Fragen zum heutigen und zukünftigen Kupfer-Einsatz und zur Kupfer-Minimierung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis, Forschung und Industrie zu diskutieren.

Modul II: Präsentation von Praxisversuchen, Produkt- und Strategieinnovationen zur Minimierung des Kupferansatzes

Wie in den Vorjahren möchten wir auch 2020 wieder ein Forum für innovative Konzepte und Produkte mit Potenzial für die weitere Minimierung von Kupfer bieten. Dabei stehen die Ergebnisse von Praxisversuchen und neue Entwicklungen bei Wirkstoffen und Einsatzmöglichkeiten im Vordergrund.


Die Veranstaltung richtet sich an Personen aus der Praxis, Fachbehörden, Wissenschaft und Beratung mit den Arbeitsfeldern Obst-, Wein-, Kartoffel-, Gemüse- und Hopfenbau. Wir freuen uns auf bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Konferenzsprache ist Deutsch.

Gerne geben wir Ihnen Gelegenheit, Ergebnisse eigener Studien oder Praxisversuche vorzustellen. Zur Anmeldung von Beiträgen senden Sie bitte bis 30.09.2020 formlos eine E-Mail mit Thema und Titel des Beitrages an mering[at]boelw.de.

Eine detaillierte Einladung mit dem Tagungsprogramm und der Möglichkeit, sich für die beiden Module anzumelden, erhalten Sie im Oktober. Auch die Anmeldung wird im Laufe des Oktobers hier freigeschaltet.


Förderhinweis: Modul II wird im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführt.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Dr. Friedhelm von Mering
Referent Politik

 +49 30 28482-306
mering[at]boelw.de


Ihr Kontakt zum BÖLW

Kevin Smith-Weißmann
Referent Pflanzenbau

 +49 30 28482-312
smith[at]boelw.de

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