Zum Inhalt springen
Pflanze_Duengung_BLE_DominicMenzler.JPG
Pressemitteilung

Eco-Schemes allen Bauern ermöglichen

BÖLW zu den laufenden Beratungen der nationalen GAP-Umsetzung

Berlin, 07.06.2021. Die Abgeordneten im Deutschen Bundestag beraten in dieser Woche über die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2023 in Deutschland. Dabei steht die Ausgestaltung der Eco-Schemes als neues Instrument zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft im Mittelpunkt der Debatte.

Alexander Gerber, Vorstand für Landwirtschaft des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), fordert: “Eco-Schemes müssen so gestaltet werden, dass sie die Umweltwirkung der Landwirtschaft deutlich verbessern, einfach zu kontrollieren sind und Bäuerinnen und Bauern aller Produktionsrichtungen zugänglich sind, die mehr für die Umwelt tun wollen.“

Gerber kritisiert, dass die aktuellen Pläne gerade diejenigen schlechter stellen würde, die besonders viel für die Umwelt tun: die Bio-Bäuerinnen und -Bauern, die von einer Reihe von Eco-Schemes ausgeschlossen werden sollen. So werde ihre starke Motivation für mehr Klima-, Arten-, Wasser- und Bodenschutz ausgebremst. Das sei nicht nur aus Sicht der engagierten Bio-Höfe enttäuschend, es ist auch mit Blick auf die steigende Bio-Nachfrage nicht verständlich. Es bestehe die Gefahr, dass die Bio-Erzeugung dann abwandere. Die positiven Wirkungen von Bio auf die Umwelt und die Wertschöpfung in den Regionen fänden dann anderswo statt – jedoch nicht in Deutschland.

Mit dem Ziel der Bundesregierung, 20 % Bio bis 2030 zu erreichen, sind die Gesetzesentwürfe, wie sie jetzt vorliegen, nicht vereinbar, da sie die Bio-Betriebe in der Förderstruktur schlechter stellen als bislang. Gerber appelliert an die Abgeordneten im Deutschen Bundestag dafür Sorge zu tragen, dass sich Eco-Schemes und Agrarumweltmaßnahmen sinnvoll ergänzen.

Foto Header: BLW, Dominic Menzler

Hintergrund
Der BÖLW hat konkrete Vorschläge dafür vorgelegt, wie die Eco-Schemes gestaltet sein müssen, damit sie Bio-Bäuerinnen und -Bauern in ihrem Engagement für Klima- und Umweltschutz unterstützen. Dazu zählen Maßnahmen für eine verbesserte Situation für die Weidetierhalter bis hin zur Förderung einer klimaresilienten und -wirksamen Landwirtschaft. Mehr dazu lesen Sie hier https://www.boelw.de/service/mediathek/position/eco-schemes-und-agrarumweltmassnahmen-muessen-sich-sinnvoll-ergaenzen/

Mehr zum Thema EU-Agrarpolitik auf https://www.boelw.de/themen/eu-agrarpolitik/reform-2020/

Alle Themen und Forderungen zur GAP und zum Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft finden Sie im „BÖLW-Grundsatzpapier zur Bundestagswahl 2021“ auf www.boelw.de/btw21.

Alle Pressemeldungen auf https://www.boelw.de/presse/meldungen/.


1.667 Zeichen, Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten, Ansprechpartner: Pressestelle BÖLW, Joyce Moewius, + 49 30 28482-307, E-Mail: presse[at]boelw.de;

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Hersteller und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von rund 51.600 Bio-Betrieben 14.99 Mrd. € umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Biokreis, Bioland, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Deutscher Tee & Kräutertee Verband, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Joyce Moewius
Referentin Presse

 +49 30 28482-307
presse[at]boelw.de

Weitere passende Beiträge

BioFAQ_Grundlegendes_Spielberger-2.jpg
Pressemitteilung

Umbau ist Regierungsaufgabe

Gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nehmen
 | 

Öko wird von der Zukunftskommission Landwirtschaft als das Nachhaltigkeitsprogramm beschrieben, das wirkt und über relevanten und dynamischen Markt verfügt.

Sonstige_Bundesregierung_reichstag-324982_1920.jpg
Pressemitteilung

BÖLW zum Ergebnis der Sondierungen

Nebelkerze: Pestizide auf „das notwendige Maß begrenzen“ rettet kein Insekt
 | 

Wer Arten wirklich schützen will, braucht Kontrolle der staatlichen Pestizid-Vorgaben und muss ökonomische Anreize setzen, um Pestizideinsatz zu verringern.

EU-Agrarpolitik_Reform2020_cow-929632_1920.jpg
Stellungnahme

Nationale Ausgestaltung der GAP ab 2023

GAP Direktzahlungen- und GAP-Konditionalitäten-Verordnung
 | 

BÖLW legt konkrete Vorschläge für die nationale Ausgestaltung der neuen GAP vor, damit Öko-Ziele der Bundesregierung und EU erreicht werden können.

Tier_Haltung_ec_organic.jpg
Pressemitteilung

Bio-Betriebe bei Agrarreform stärken statt gefährden

Gemeinsame Pressemitteilung BÖLW & BUND zur GAP-Umsetzung
 | 

Kein Programm kann ausgleichen, was schlecht gemachte Agrarpolitik zerstört. Bund und Ländern müssen der GAP den Ausbau des Ökolandbaus finanziell sichern.

Tier_Haltung_cattle-2213644_1920.jpg
Pressemitteilung

„Eco-Schemes müssen allen Betrieben offen stehen”

BÖLW zur Agrarministerkonferenz
 | 

Bundesministerin Klöckner darf GAP-Umsetzung nicht schleifen lassen. Eco-Scheme 4: Hohe Umwelt- und Einkommenswirkung ermöglichen, auch für Öko-Höfe.

Pflanze_Duengung_landscape-3565856_1920.jpg
Pressemitteilung

„Konsequente Modernisierung geht nur mit Bio“

BÖLW zur Agrarministerkonferenz
 | 

Wir appellieren an Bund und Länder, Bio wirksam zu stärken. Das drängt angesichts Klimakrise und Höfesterben. Viele haben am Wahl-Sonntag für Umbau votiert.…