Zum Inhalt springen
EU-Agrarpolitik_Reform2020_BLE_ThomasStephan.JPG
Pressemitteilung

Agrarpolitik: Gutes Signal für Höfe und Umwelt

BÖLW kommentiert GAP-Entscheidung

Berlin, 14.11.2019. Der Bundestag hat beschlossen, dass im nächsten Jahr im Rahmen der EU-Agrarpolitik (GAP) etwas mehr Geld für Klima-, Umwelt und Tierschutz investiert wird. Statt aktuell 4,5 % sollen dann 6 % der Gelder der Direktzahlungen (1. Säule) in die 2. Säule für Umweltleistungen der Landwirte und ländliche Entwicklung zur Verfügung stehen. Möglich wären 15 % Umschichtung. Der Vorsitzende des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, kommentiert:           

„Die geplante Umschichtung von zusätzlichen 1,5 % der Agrarmittel ist ein wichtiges Signal für alle Landwirte, die sich stärker für Umwelt und artgerechte Tierhaltung engagieren wollen. Es ist konsequent, dass Politik mehr Gelder für Agrarumweltprogramme zur Verfügung stellt, denn die Anforderungen in dem Bereich steigen.

Mit den Fördermitteln werden die Leistungen der Bauern nicht nur mit Worten anerkannt sondern können auch honoriert werden. Bäuerinnen und Bauern können so stärker dazu beitragen, Gewässer sauber zu halten oder die Artenvielfalt zu schützen.

Die Erhöhung der Mittel für Agrarumweltprogramme ist ein wichtiger Anfang. Man kann aber sehr leicht ausrechnen, dass sie nicht ausreicht. Denn schon in zwei Jahren wird den Programmen der Bundesländer das Geld ausgehen, um allen konventionellen Landwirten, die auf Bio umstellen möchten, Planungssicherheit zu geben. Geld wird auch fehlen, damit konventionell wie ökologisch wirtschaftende Betriebe weiterhin an Agrar-Umwelt-Maßnahmen wie etwa Blühstreifen oder Lerchenfenstern teilnehmen können.

Ziel muss es sein, die GAP stufenweise und für die Betriebe kalkulierbar so umzubauen, dass immer stärker in Gemeinwohlleistungen wie Klima- oder Artenschutz investiert und nicht einfach Flächenbesitz belohnt wird. Wichtig ist, dass die Agrarzahlungen neu ausgerichtet, aber als Gesamtbudget nicht abgeschmolzen werden. Nur so kann der notwendige Umbau gemeinsam mit den Betrieben gestaltet werden.“

Hintergrund
Die Agrarförderung macht mit fast 40 % den größten Einzelposten im EU-Haushalt aus. Über die EU-Agrarpolitik wird die Landwirtschaft in Deutschland mit jährlich 6,2 Mrd. Euro gefördert. Davon fließen etwa 5 Mrd. € in die Direktzahlungen, circa 1,3 Mrd. Euro stehen für Agrarumweltprogramme und ländliche Entwicklung zur Verfügung.

Die leicht erhöhte Umschichtung um 1,5 % auf 6 % bedeutet, dass zusätzlich pro Jahr 75 Mio. Euro für freiwillige Umweltleistungen der Bauern zur Verfügung stehen. Dafür werden die flächenbezogenen pauschalen Direktzahlungen von etwa 300 Euro je ha und Jahr um ca. 4,50 Euro/Hektar verringert (für alle Bauern, egal ob konventionell oder Bio). Die EU erlaubt eine Umschichtung bis zu 15 %.

Der BÖLW fordert eine weitere stufenweise Erhöhung der Gelder zur Honorierung von Umweltleistungen der Landwirtschaft, die nicht vom Markt gedeckt werden. Wichtig ist, dass die umgeschichteten Mittel vollständig für Leistungen der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.

BÖLW-Infos zur EU-Agrarpolitik 


1454 Zeichen, Veröffentlichung honorarfrei, um ein Belegexemplar wird gebeten, Ansprechpartner: Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Tel. +49 171.3035686, Pressestelle BÖLW, Joyce Moewius +49 30.28482-307.


Ihr Kontakt zum BÖLW

Joyce Moewius
Referentin Presse

 +49 30 28482-307
presse[at]boelw.de

Weitere passende Beiträge

Zahlen_Fakten_Lebensmittel_ec_organic.jpg
Pressemitteilung

“In Bio investieren bedeutet in ein gesundes Europa investieren“

BÖLW zur Farm to Fork-Strategie
 | 

Mit der Farm to Fork-Strategie tut Europa das einzig Richtige: Land- und Lebensmittelwirtschaft und die Art, wie wir essen, enkeltauglich machen.

Zahlen_Fakten_Ernaehrung_fruits-1761041_1920.jpg
Pressemitteilung

„Ein nachhaltiger Aufschwung braucht eine ambitionierte Farm to Fork-Strategie“

Mit Bio gesunde Ernährung & gesunde Landwirtschaft schaffen
 | 

Europa muss Bio entschlossen nutzen, damit unsere Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und die Art und Weise, wie wir essen, enkeltauglich wird.

EU-Agrarpolitik_Reform2020_agriculture-2475188_1920.jpg
Pressemitteilung

Verbände appellieren an Bundesrat, auf mehr Geld für Umwelt-, Klima- und Biodiversitätsleistungen der Landwirtschaft zu drängen

8,5 % statt 6 % Umschichtung der GAP-Gelder notwendiger Schritt für überfälligen Umbau der Landwirtschaft
 | 

Gemeinsame Pressemitteilung von Bioland, BUND, BÖLW, DUH, Deutscher Tierschutzbund, Euronatur, Greenpeace, NABU, WWF und DNR.

Pflanze_Gesundheit_cornflowers-3542529_1920.jpg
Pressemitteilung

Tierwohllabel, Umschichtung von Agrargeldern, Insektenschutz

BÖLW Kommentar zu den heutigen Kabinettsbeschlüssen
 | 

Das Bundeskabinett hat heute Vorlagen zum Tierwohllabel, zur Umschichtung von Agrargeldern und Insektenschutz gebilligt. Der BÖLW-Vorsitzende kommentiert.

BioFAQ_Biodiversitaet_www.oekolandbau.de_C_BLE_Bonn_Thomas_Stephan.JPG
Pressemitteilung

„Klarer Auftrag an Politik, Landwirtschaft und Ernährung enkeltauglich zu machen“

Kommentar zur gestern veröffentlichten Umweltbewusstseinsstudie und den Ergebnissen der EU-Wahl
 | 

Eine übergroße Mehrheit der Bevölkerung will, dass die Landwirtschaft unser Klima, die Gewässer und Artenvielfalt schützt.

Pflanze_Düngung_Rinder.jpg
Stellungnahme

BÖLW zum Entwurf des Klimaschutzplanes 2050

Reduzierung des Nutztierbestandes um die Hälfte durch Flächenbindung
 | 

Der notwendige Umbau hin zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft kann nur gelingen, wenn für alle relevanten Sektoren Ziele und Maßnahmen definiert sind.

Zahlen_Fakten_Umwelt_ec_organic.jpg
Pressemitteilung

500 Mio. Euro mehr EU-Agrargelder jetzt in Umwelt-, Klima- und Tierschutz investieren

Verbände fordern Umschichtung von Geldern der 1. in die 2. Säule der GAP
 | 

Für Leistungen von Landwirten im Umwelt-, Gewässer-, Klima- und Tierschutz fehlt das Geld.

Tier_Haltung_cattle-2213644_1920.jpg
Pressemitteilung

Bundesregierung muss Öko-Bremse lösen

BÖLW-Statement zum SRU-Umweltgutachten 2016
 | 

Im Umweltgutachten 2016 kritisiert das Beratungsgremium der Bundesregierung die bundesdeutsche Agrarpolitik als 'Negativbeispiel'.

EU-Agrarpolitik_Reform2020_ec_organic.jpg
Pressemitteilung

Bundesregierung muss Öko-Bremse lösen

 | 

Im Umweltgutachten 2016, das der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) heute vorgestellt hat, kritisiert das Beratungsgremium der Bundesregierung die...